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15.12.2016

11:43 Uhr

Konzernsprache wird Englisch

Congrats, Volkswagen!

Dass VW Englisch zur Konzernsprache macht, ist ein wichtiger Schritt zur Internationalisierung, meint Astrid Dörner. Einzig: Er kommt etwas spät.

Der Konzern will internationaler werden und macht Englisch zur Konzernsprache. dpa

Volkswagen

Der Konzern will internationaler werden und macht Englisch zur Konzernsprache.

Ah, yes. Der zweitgrößte Autobauer der Welt stellt die Konzernsprache von Deutsch auf Englisch um. Bravo VW, möchte man sagen. Es ist zwar keine neue Idee. Bei deutschen Konzernen wie der Lufthansa, Siemens und Adidas wird längst Englisch gesprochen. Und doch – der Schritt ist vielleicht der größte Beleg dafür, dass ein radikaler Wandel in Wolfsburg ansteht.

Volkswagen war immer stolz darauf, ein deutscher Konzern zu sein. Ganz egal, ob es um wichtige Verhandlungen in den USA oder in China ging, am liebsten sprachen die VW-Manager deutsch. Dass amerikanische Ingenieure und Autohändler die aus Deutschland entsandten Führungskräfte manchmal kaum verstanden, weil ihr Englisch so schlecht war, schien in Wolfsburg wohlwollend in Kauf genommen zu werden. Selbst Konzernchef Matthias Müller entschied sich, keine Interviews mehr auf Englisch zu geben, nachdem ein Gespräch mit dem US-Radiosoender NPR im Januar für unnötige Verstimmungen in der Diesel-Affäre gesorgt hatte.

Im VW-Konzern wird künftig Englisch gesprochen. Ist die Entscheidung für Sie nachvollziehbar?

VW will mit der neuen Konzernsprache auch internationale Talente anziehen, wie Personalchef Karlheinz Blessing am Mittwoch erklärte. Gerade jetzt, wo VW für den Bau der Elektroautos Software-Ingenieure und Mobilitätsexperten sucht, ist das die richtige Entscheidung.

Der Wandel allerdings kommt zu langsam. Fünf Jahre soll die Übergangsphase dauern. Da könnte VW ruhig noch etwas mehr Gas geben. Oder: „Pedal to the Metal“, wie man auf Englisch sagt. Vielleicht sollte sich VW auch hier am Ehrgeiz von Tesla-Chef Elon Musk beflügeln lassen. Musk, der auch das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX leitet, will in fünf Jahren den Mars besiedeln.

Von

asd

Kommentare (1)

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Herr Peter Müller

19.12.2016, 11:58 Uhr

Wieder falsche Entscheidung und nur eine hilflose Geste der Konzernleitung. Es ist keine Frage, dass English wichtig ist, als Konzernsprache für ein deutsches Unternehmen ist sie aber Unsinn.

Da sitzen eine Reihe von Deutschen in einem Meeting und brechen sich einen ab um einen komplexen Sachverhalt zu erklären, was bereits in Deutsch schwierig ist.

Wesentliche Informationen bleiben teilweise auf der Strecke, da sie nicht verstanden oder gar nicht erst geäußert werden. Meist geht das Ganze mit einer sog. Internationalisierung einher.

Da werden deutsche Spitzenkräfte, die wirklich Ahnung von ihrem Fachgebiet haben mit Mitte 50 in Vorruhestand geschickt um die gleiche Arbeit dann mit einem in den USA oder sonst wo auf der Welt sitzenden neuen Mitarbeiter machen zu lassen, der nich nicht einmal weiß was die Unternehmenskultur seines neuen Arbeitgebers ist und diese auch nie verstehen wird.

Am Ende fühlen sich auch die letzten Leistungsträger nicht mehr wohl in ihrem Unternehmen und suchen das Weite.

Hinzu kommen grundlegende Defizite in der Konzernstruktur.

Es gibt bei Volkswagen viele "Verwalter" mit sehr üppigen Gehältern, die keinen eigenen Wertbeitrag zum eigentlichen Produkt haben. Ein leistungsabhängiges Gehaltssystem ist im Gegensatz zu Gehälterfestlegungen bei Zulieferern und vergleichbaren OEMs nur in Ansätzen umgesetzt.

Die Gehälter des unteren und mittleren Managements sind exorbitant hoch.

Leistungsanreize existieren so gut wie nicht. Wichtigstes Gesprächsthema ist immer noch die Ausstattungsliste des nächsten Geschäftswagens!

Luxuriöse Vorruhestandsregelungen sollen den am Dieselbetrug mitverantwortlichen Ingenieuren demnächst den Aufstieg versüßen.

Aber gerade diese erfahrenen Spezialisten wissen was in der Vergangenheit schief lief und sind für die Umstrukturierung unverzichtbar.

Volkswagen ist aus meiner Sicht ein überbordender Verwaltungsmoloch mit mindestens 30% Personalüberkapazität in den Bereichen Verwaltung und Entwicklung.

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