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07.01.2009

10:55 Uhr

Konzernumbau

Chemieriese Dow plant Milliardenklage

VonSiegfried Hofmann

Das Scheitern des Joint Ventures mit der kuwaitischen Petroleum Industries Coporation (PIC) bescherte dem Dow Chemical zuletzt massive Kursverluste. Nun will der US-Chemieriese die abgesprungenen Kuwaitis auf Schadenersatz verklagen und nach neuen Partnern für seine Basisprodukte suchen.

Dow-Chef Andrew Liveris plant einen Umbau des Chemieriesen. Foto: AP ap

Dow-Chef Andrew Liveris plant einen Umbau des Chemieriesen. Foto: AP

FRANKFURT. Mit aller Macht versucht der amerikanische Chemieriese Dow Chemical, seinen Wandel vom Massen- zum Spezialchemiehersteller noch zu retten. Der nach BASF zweitgrößte Chemiekonzern der Welt will dazu nach neuen Partnern für seine Basischemie-Aktivitäten Ausschau halten und plant zugleich eine milliardenschwere Klage gegen den abgesprungen Partner Petroleum Industries Corporation (PIC) aus Kuwait.

PIC hatte Ende Dezember völlig überraschend eine Vereinbarung mit Dow für die Gründung eines Petrochemie-Joint-Ventures unter dem Namen K-Dow platzen lassen. Damit brachten die Kuwaitis einen zentralen Eckpfeiler der Transformationsstrategie von Dow-Chef Andrew Liveris zu Fall. Mit dem Aufbau der K-Dow-Gruppe wollte Liveris die Abhängigkeit vom stark zyklischen Basis-Chemiegeschäft reduzieren.

Zugleich sollten die gut sieben Mrd. Dollar, mit denen sich PIC in das Gemeinschaftsunternehmen einkaufen wollte, den 15 Mrd. Dollar teuren Kauf des US-amerikanischen Spezialchemieherstellers Rohm & Haas durch Dow maßgeblich mitfinanzieren. Der geplatzte K-Dow-Deal schürte damit auch Zweifel an der Rohm & Haas-Übernahme und bescherte den Aktien der beiden Chemieriesen Ende Dezember massive Kursverluste, von denen sich die R & H-Aktie inzwischen allerdings wieder erholte.

Gegenüber der Agentur Bloomberg kündigte Liveris gestern an, man werde mehrere Milliarden Dollar Schadensersatz von PIC fordern. Der Vertrag mit den Kuwaitis sieht für den Fall einer Kündigung Zahlungen von 2,5 Mrd. Dollar vor. Dies stellt nach Aussage Liveris keine Obergrenze für mögliche Schadensersatzforderungen dar. Parallel dazu will der Chemiekonzern formal die Suche nach einem anderen Partner für die betreffenden Chemiesparten aufnehmen, die mehr als elf Mrd. Dollar Umsatz erzielen und damit rund ein Fünftel des Gesamtgeschäfts von Dow repräsentieren. Man habe bereits mit anderen Unternehmen Gespräche aufgenommen, teilte Dow gestern mit. Diese Diskussionen könne man auf der Basis der Vorbereitungen beschleunigen, die für das Joint Venture K-Dow bereits getroffen worden seien.

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