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15.10.2011

10:30 Uhr

Konzernumbau

Eon-Chef beharrt auf Personalabbau

Der Strom- und Gaskonzern will weltweit bis zu 11.000 Stellen streichen. Streikdrohungen der Gewerkschaft Verdi lassen Eon-Chef Teyssen offenbar kalt. Nur durch Kostensenkung bleibe Eon überlebensfähig, so Teyssen.

Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf. AFP

Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

München/DüsseldorfEon-Chef Johannes Teyssen will im Streit um den massiven Stellenabbau bei Deutschlands größtem Energiekonzern nicht einlenken. „Wir lassen uns von dem eingeschlagenen Weg nicht abbringen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Zum Umbau bei Eon gebe es keine Alternative. Der Strom- und Gaskonzern will mittelfristig weltweit bis zu 11.000 seiner rund 85.000 Arbeitsplätze streichen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und will ihre Forderungen notfalls auch mit einem Streik durchsetzen. „Auch Streiks können die Wirklichkeit nicht ändern„, sagte Teyssen dazu. „Unsere Kosten sind zu hoch und müssen runter. Sonst sind wir nicht überlebensfähig.“

Einzelheiten zum geplanten Stellenabbau hat Eon bisher nicht genannt. Teyssen hat mehrfach auf die seiner Meinung nach zu große Verwaltung bei Eon hingewiesen. Den Umbau der Energieversorgung in Europa werden nach Teyssens Einschätzung nicht alle großen Konzerne überleben. „Es wird Konzerne geben, die scheitern. Eon allerdings nicht„, sagte er.

Im Streit mit der Bundesregierung um die Kosten des Atommausstiegs will Eon Milliardenforderungen durchsetzen. „Es wird um einige Milliarden Euro Schadenersatz gehen.“ Dafür schaffe Eon mit einer Verfassungsklage die Voraussetzung. Auch gegen die Brennelementesteuer geht der Konzern vor und sieht große Chancen, die Transfers zu kippen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Steuer mit einigen Prozent Zinsen zurückbekommen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Volkswirt

15.10.2011, 13:30 Uhr

Hr. Teyssen überspannt diesmal den Bogen total. Aber genau derartige Aussagen erhöhen nur noch mehr die Wut der Bevölkerung gegen die großen Konzerne, egal ob Banken oder andere einseitig ausgerichtete geldgierige Branchen. Wie wäre es, wenn Herr Teyssen & Co endlich auf die zu unrecht kassierten Millionen verzichten würden?? Dann könnte der Konzern schon einiges sparen. Ein Gehalt von 300.000 EUR/Jahr sollte für Herrn Teyssen völlig ausreichend sein. Immerhin sind die Energieversorger ein wichtiger Teil unserer modernen Volkswirtschaft. Mit Strom sollen nur Gewinne in einer überschaubaren Höhe gemacht werden, d.h. nur ausreichend, um die Energieversorgung durch Ersatzinvestitionen zu erhalten, mehr nicht! Die vollständige Privatisierung der Energiekonzerne in den 90er Jahren war ein Fehler und zudem herrschte ein Irrglaube an die Selbstheilungskräfte des neugeschaffenen liberalisierten Energie"marktes" (-oligopols wäre hier zutreffender). Es gibt nur eine Lösung des Problems: Verstaatlichung bei gleichzeitiger totaler Tranparenz. Nur so kann gewährleistet werden, dass Regulierung überhaupt funktioniert. Die Energieversorger dürfen nichts verbergen. Erst wenn eine maximale Transparenz herrscht, kann der Regulator auch überflüssige Bürokratie reduzieren und auch einen administrativen Wildwuchs eines staatlichen Versorgers verhindern. Gerade der Verwaltungszuwachs und betriebliche Ineffizienzen werden oft als Gegenargument gegen Verstaatlichung angeführt. Dabei vergessen aber die Gegner jedoch, dass selbst bei einem betrieblich ineffizienten Unternehmen trotzdem für die Volkswirtschaft relevante allokative Markteffizienz gegeben ist. In einem Staatsunternehmen wird ein Hr. Teyssen bestimmt nicht mehrere Millionen Jahresgehalt kriegen. Soviel zum Thema betriebliche Effizienz bei privaten Konzernen...

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