Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.04.2014

11:35 Uhr

Konzernumbau

Peugeot-Citroën will schrumpfen, um zu wachsen

Der Absatz in China soll Peugeot-Citroën aus der Verlustzone holen. Das ist der Plan des PSA-Chefs Taveres. Die Modellpalette soll radikal zusammengestrichen werden – dafür wird eine neue Premiummarke geboren.

Kleiner Kahlschlag

Neuer PSA -Chef schmeißt 16 Automodelle aus den Programm

Kleiner Kahlschlag: Neuer PSA -Chef schmeißt 16 Automodelle aus den Programm

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ParisPSA-Chef Carlos Tavares will den angeschlagenen Autohersteller neu aufstellen – und so in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Die Modellpalette soll nahezu halbiert werden, die DS-Premiumlinie von Citroën soll zu einer eigenen Marke aufgebaut werden. So wollen die Franzosen bis 2018 einen operativen Gewinn von zwei Prozent erwirtschaften. Danach sollen über fünf Jahre jeweils fünf Prozent erwirtschaftet werden. Derzeit liegt die Marge der Franzosen bei Minus 2,9 Prozent, pro verkauftem Fahrzeug verlieren sie etwa 370 Euro.

Erst Ende März war der 55-jährige Tavares vom Konkurrenten Renault zu Peugeot-Citroën gewechselt. Nach Verlusten von insgesamt 7,5 Milliarden Euro in den vergangenen zweieinhalb Jahren muss er schnell umsteuern. Darum scheut sich Tavares auch nicht, die Modellpallette „aggressiv“ zusammenzustreichen. Im  Jahr 2022 will Peugeot nur noch 26 verschiedene Modelle anbieten, kündigte Tavares an. Derzeit sind es 45.

„Das sieht aus wie ein kleiner Schritt, aber es ist immerhin ein Anfang“, sagt Erich Hauser, Automobilanalyst der International Strategy & Investment Group, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wenn man ein so großes Schiff steuert, kann man nicht erwarten, dass man das Steuer in wenigen Jahren herumreißen kann.“

Die Anleger sehen das weniger optimistisch: Als Reaktion auf die Ankündigung rutschte die Aktie in Paris um 3,1 Prozent auf 13,34 Euro ab. Über das Gesamtjahr konnte das Papier jedoch um 41 Prozent zulegen, was dem Autobauer derzeit einen Marktwert von 4,72 Milliarden Euro beschert.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Der Einstieg des chinesischen Autokonzerns Dongfeng beim VW-Konkurrenten ist seit Ende März offiziell besiegelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Dongfeng im Zuge einer Kapitalerhöhung um insgesamt drei Milliarden Euro für 800 Millionen Euro einen 14-Prozent-Anteil an PSA übernimmt. Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Die Peugeot-Familie verliert dadurch die Kontrolle über den Konzern.

Die Gründerfamilie Peugeot hat ihre Anteile von 25,5 auf 14 Prozent reduziert und damit erstmals in der 118-jährigen Unternehmensgeschichte ihre Kontrolle abgegeben. Mit Hilfe des neuen chinesischen Partners Dongfeng wollen die Franzosen auch endlich über Europa hinauswachsen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.04.2014, 13:56 Uhr

Peugeot-Citroën will schrumpfen, um zu wachsen
-----------
Da können sie sich bei Hollande und den übermächtigen Gewerkschaften "bedanken".
Die Automobilindustrie wurde verstaatlicht und mit Subventionen gefüttert. Das gilt aber auch für andere Industriezweige. Und auch die Löhne/Gehälter sind höher als in Deutschland.
Peugeot-Citroën sind heute nicht mehr wettbewerbsfähig. Sie sollten dichtgemacht werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×