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06.05.2011

09:06 Uhr

Konzernumbau

Thyssen-Krupp soll neu erfunden werden

VonMartin Murphy

Der neue Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will den Stahlkonzern deutlich umbauen - und damit letztlich neu erfinden. Der Handlungsdruck ist enorm. Doch eine Frage muss Hiesinger erst einmal noch beantworten.

FrankfurtThyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat seine Karten auf den Tisch gelegt. Weite Teile des Autozulieferer- und des Edelstahlgeschäfts stellt er zum Verkauf, damit soll rund ein Viertel des Konzernumsatzes von 42 Milliarden Euro in neue Hände übergehen. Die Umbaupläne des neuen Vorstandschefs sind gewaltig und sie zeigen, dass der Traditionskonzern unter enormen Handlungsdruck steht.

Hiesinger will nichts Geringeres, als Deutschlands größten Stahlproduzenten neu erfinden. Weniger Stahl, dafür mehr Technologie lautet die Marschrichtung. Für den Umbau braucht Thyssen-Krupp Geld, gerade das ist aber knapp. Mit einem Schuldenstand von 5,8 Milliarden Euro ist Hiesingers’ Spielraum derzeit praktisch Null. Mit den Verkäufen holt er frisches Geld in die Kasse, an der Börse wird dies sicherlich begrüßt werden.

Der frühere Siemens-Manager muss aber behutsam vorgehen, sonst werden seine Pläne schon bei der entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrats kommende Woche zerschossen. Beim letzten Konzerumbau hatte die Führung die Belegschaft gegen sich aufgebracht, da sie Absprachen nicht einhielt.

Hiesinger geht da geschickter vor. Er hat schon früh den Kontakt zu den Betriebsräten gesucht und ihnen zugesichert, dass sie eingebunden werden. Immerhin geht es um 35.000 Mitarbeiter, für die Thyssen-Krupp einen neuen Arbeitgeber sucht. Hiesinger ist gut beraten, seine Zusage an die Arbeitnehmervertreter einzuhalten. Denn gegen den mächtigen Betriebsrat geht nichts bei Thyssen-Krupp.

Was nun aber zwingend notwendig ist, ist eine Antwort auf die Frage, was Hiesinger mit dem Verkaufserlös denn anfangen will. Darüber schweigt sich der neue Mann an der Spitze aus. Zumindest noch.

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