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03.01.2007

07:21 Uhr

Konzernumbau und Personalentscheidungen

VW wartet auf den 10. Januar

VonCarsten Herz

In einer Woche entscheidet sich die Zukunft von VW-Markenchef Wolfgang Bernhard. Dann stellt der neue VW-Chef Winterkorn seine Zukunftspläne vor. Insider vermuten eine Machtbeschneidung Bernhards.

Der Markenvorstand von Volkswagen, Wolfgang Bernhard. Foto: dpa Quelle: dpa

Der Markenvorstand von Volkswagen, Wolfgang Bernhard. Foto: dpa

FRANKFURT. Der neue Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn verliert keine Zeit. Winterkorn, der mit Beginn dieses Jahres den Chefsessel in Wolfsburg übernahm, will nach Informationen aus Unternehmenskreisen schon in der kommenden Woche dem Aufsichtsrat seine künftige Strategie sowie Personalentscheidungen vorstellen.

Winterkorn will nach Aussagen aus Unternehmenskreisen dem Präsidium des VW-Aufsichtsrats am 10. Januar seine Pläne erläutern. Es werde erwartet, dass sich Bernhard am Tag danach erkläre, sagten mehrere mit den Vorgängen bei Volkswagen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein VW-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.

Der neue Konzernlenker lässt sich damit bei der Umsetzung seiner Vorstellungen deutlich weniger Zeit als sein Vorgänger. Bernd Pischetsrieder war von der Mehrheit des Aufsichtsratspräsidiums Führungsschwäche und eine zögerliche Sanierung vorgeworfen worden. Der VW-Aufsichtsrat hatte erst im Mai 2006 den Vertrag von Pischetsrieder um fünf Jahre verlängert. Winterkorn gilt als enger Vertrauter von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der mit dem Führungswechsel seine Machtposition weiter ausbaut.

Winterkorn will nach Angaben von Insidern das Unternehmen erheblich umbauen. Demnach sollen die Marken neu gruppiert werden, und zwar in eine Premiumgruppe mit Audi, Bentley, Bugatti und Lamborghini sowie eine Gruppe für das Massengeschäft mit VW, Seat und Skoda. Bislang teilt sich das PKW-Geschäft in die Markengruppen Volkswagen und Audi auf. Zur Volkswagen-Gruppe gehören die Stamm-Marke VW sowie Skoda, Bugatti und Bentley, die Audi-Gruppe vereint die Marken Audi, Seat und Lamborghini.

Die dem Vernehmen nach mit Piëch abgestimmten Umbaupläne von Winterkorn bedeuten einen teilweisen Bruch mit der Ära Pischetsrieder. Der kommende Chef wolle die Konzernstrukturen wieder mehr zentralisieren und ein eigenständiges Entwicklungsressort im Konzernvorstand ansiedeln, heißt es. Insider sehen darin eine Machtbeschneidung der bisherigen Markenvorstände, zu denen auch VW-Markenchef Bernhard zählt.

Einen Wechsel auf die Position eines neu zu schaffenden Produktionsvorstandes lehnte Bernhard laut „Wall Street Journal“ allerdings ab. Nach der Ablösung von Pischetsrieder wurde wochenlang spekuliert, ob Bernhard zurücktritt. Der Topmanager selbst sagte bisher lediglich, er habe keinen Grund, über seine Stellung zu spekulieren.

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