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11.09.2013

15:30 Uhr

Kooperation

Daimler und Renault-Nissan wahren Sicherheitsabstand

An zehn gemeinsamen Projekten arbeiten Daimler und Renault-Nissan derzeit. Doch statt näher zusammenzurücken, steht erst einmal der Identitätserhalt im Vordergrund. Grundsätzlich soll die Zusammenarbeit weitergehen.

Offen für Kooperation, allerdings nur solange die Identität der Marke nicht leidet: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn. dpa

Offen für Kooperation, allerdings nur solange die Identität der Marke nicht leidet: Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn.

FrankfurtNach einer großen Kooperations-Offensive nehmen die Autobauer Daimler und Renault-Nissan bei ihrer Zusammenarbeit den Fuß vom Gas. „Es gibt genug Potenzial für uns, um weiterzumachen“, betonte Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt. Zu nah kommen wollen sich beide allerdings nicht: „Die Identität der Marken muss gesichert sein.“

Die beiden Hersteller arbeiten den Angaben zufolge inzwischen an zehn gemeinsamen Projekten. Neu hinzu kam am Mittwoch jedoch nur eines: Daimlers asiatische Nutzfahrzeug-Tochter soll demnach künftig mit einem Transporter von Nissan beliefert werden.

Entscheidungen über bereits erwartete Kooperationen ließen die beiden Partner auf der IAA unterdessen in der Schwebe - darunter Pläne für eine künftige Produktion des Kompaktwagens CLA in einem mexikanischen Nissan-Werk. „Wir werden Sie informieren, wenn es dazu eine Entscheidung gibt“, sagte Ghosn lediglich. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte gegeben, die überarbeitete Version des Kompaktwagens könnte ab 2018 in einem Nissan-Werk im mexikanischen Aguascalientes gefertigt werden.

Auch hinter einem gemeinsamen Projekt bei großen Transportern blieb weiter ein Fragezeichen. In der vergangenen Woche hatte Daimler das Auslaufen seiner Kooperation für Entwicklung und Herstellung der Modelle Mercedes-Sprinter und VW-Crafter bekanntgegeben, die 2016 endet - dadurch würde der Weg frei für einen Schulterschluss mit Renault. „Das ist eine Möglichkeit“, sagte Zetsche dazu. Der Chef von Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg, hatte Anfang des Jahres allerdings bereits verkündet, Renault habe Interesse bekundet.

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Ein Resultat aus der Pkw-Kooperation dürfte immerhin schon 2015 auf Westeuropas Straßen zu sehen sein. Dann will Nissans Premium-Tochter Infiniti ihren Q30 mit Komponenten der Mercedes-Kompaktwagen in den Markt bringen. Gebaut werden soll das Auto im britischen Sunderland. Auf die Entwicklung einer gemeinsamen Plattform für die Kompaktklasse wollten sich Zetsche und Ghosn indes nicht festlegen.

Die Manager betonten stattdessen, dass sie stets ergebnisoffen und ohne Vorbehalte über weitere Punkte der Zusammenarbeit berieten. „Immer wenn es ein 'Nein' gibt, dann gibt es auch einen Grund dafür“, sagte Ghosn. Er und Zetsche blieben bei ihrem Standpunkt, dass ihre Partnerschaft keine engeren Bande brauche.

Daimler und Renault-Nissan hatten ihre Zusammenarbeit im April 2010 begonnen. Im Pkw-Bereich kooperieren die beiden unter anderem beim Bau von Daimlers smart und dem Renault-Twingo. Bei den Nutzfahrzeugen basiert beispielsweise Daimlers Stadtlieferwagen Citan auf dem Renault-Modell Kangoo.

Von

dpa

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