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16.06.2015

14:48 Uhr

Kooperation mit Tamyca

Das steckt hinter Opels Carsharing-Plänen

VonLukas Bay

Opel steigt ins Carsharing ein – und verlässt sich dabei auf einen etablierten Kooperationspartner. Für die Händler soll die neue Plattform zusätzliche Kunden bringen, für den Hersteller ist sie eine günstige Lösung.

Der Opel Adam lockt besonders junge Kunden - und könnte bald ebenfalls über Car Unity vermittelt werden. dpa

Adam zur Kurzzeitmiete

Der Opel Adam lockt besonders junge Kunden - und könnte bald ebenfalls über Car Unity vermittelt werden.

DüsseldorfEs gibt kaum einen Bereich der Mobilität, der so schnell wächst wie das Carsharing. In Zeiten, in denen vor allem junge Kunden auf ein eigenes Auto verzichten, suchen die Hersteller nach Möglichkeiten, ihre Fahrzeuge in diesem Markt zu platzieren. Folgerichtig war daher die Ankündigung von Opel Ende vergangener Woche, schon bald ebenfalls in den Carsharing-Markt einzusteigen.

Bisher waren die Rüsselsheimer in diesem Geschäft nur punktuell vertreten. Eine Kooperation mit dem Berliner Carsharing-Start-up Spotcar ging vor einem Monat in die Brüche. Spotcar musste den Dienst Mitte Mai einstellen – offenbar aus finanziellen Gründen. Dabei hatte Opel das Angebot im Rahmen der „Umparken im Kopf“-Kampagne mitbeworben und auch 100 Opel Adam zu Vorzugskonditionen an das Start-up verkauft.

Opels neues Carsharing-Angebot Car Unity (CU) soll es anders machen. Im Gegensatz zu Car2go von Daimler und Drivenow von BMW soll eine offene Plattform aufgebaut werden, auf der Privatleute ihre Fahrzeuge mit anderen teilen können. Vermittelt werden die Autos unter anderem über eine neue App. Das private Carsharing ist international durchaus erfolgreich, führt in Deutschland bisher aber ein Schattendasein. Dabei sind einige Hersteller schon seit Jahren auf dem Markt. Zuletzt hatte der französische Marktführer Drivy in Deutschland den Konkurrenten Autonetzer übernommen und war so auch hierzulande zum Marktführer aufgestiegen.

Ganz neu wird auch Opel das Segment wohl nicht erfinden. Ein Blick ins Impressum der Car-Unity-Website gibt Aufschluss, wer hinter den Carsharing-Plänen von Opel steckt. Die technische Basis liefert Tamyca, ein Start-up aus Aachen, das schon seit dem Jahr 2010 Privatautos vermittelt – und schon vorher mit Opel zusammengearbeitet hat.

Auch wenn Opels Marketing-Chefin Tina Müller in der „Bild“ erklärt, dass man mit Car Unity „einen neuen Weg“ einschlage, dürfte man daher nicht ganz neue Pfade beschreiten. Schon seit Oktober 2013 bietet der Hersteller die Mietwagen der Händler mit „Opel Rent“ auch über Tamyca an. Bisher vermittelt die Plattform die Opel-Modelle nach eigener Auskunft allerdings neutral. In den Suchergebnissen wird der neue Corsa also genauso prominent angezeigt wie ein privater VW Golf.

Damit Opel über „Car Unity“ wirklich neue Kunden werben kann, müssten die Händlerfahrzeuge in der neuen App prominenter platziert sein. Im Gegenzug könnte Opels Marketingpower dabei helfen, die Plattform bekannter zu machen. Rückenwind, den Tamyca angesichts der neuen Konkurrenz aus Frankreich gut gebrauchen kann. Offiziell verweist man auch bei Tamyca auf die offizielle Vorstellung des Carsharing-Angebots am 24. Juni.

Über das Marketing hinaus dürften sich die Investitionskosten von Opel für Car Unity in Grenzen halten, da die technische Basis für das Carsharing-Angebot bereits besteht. Anders als Car2go oder Drivenow muss Opel auch keine eigene Flotte aufbauen und betreiben, sondern kann auf die bestehende Mietwagenflotte der Händler zurückgreifen. Offen bleibt allerdings die Frage, wer Versicherungspartner des Opel-Carsharings werden wird. Die Versicherung gilt als größter Kostenblock der privaten Carsharing-Anbieter. Es gilt branchenintern als wahrscheinlich, dass Opel ebenfalls mit der R+V Versicherung zusammenarbeiten wird. Der Versicherer der Volksbanken sichert bisher auch die Autos ab, die über Tamyca gemietet werden.

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