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23.07.2012

11:27 Uhr

Kooperation

PSA und Toyota wollen gemeinsam Lieferwagen bauen

Die Kooperationswelle der Autokonzerne geht weiter: Nun wollen Toyota und Peugeot/Citroën ihre Zusammenarbeit verstärken und gemeinsam leichte Lieferwagen in Europa bauen.

Der Jumpy von Citroën soll künftig auch unter dem Toyota-Logo verkauft werden.

Der Jumpy von Citroën soll künftig auch unter dem Toyota-Logo verkauft werden.

ParisFrankreichs größter Autobauer PSA Peugeot Citroën verstärkt die Kooperation mit dem japanischen Toyota-Konzern. Künftig will PSA für Toyota in Europa leichte Nutzfahrzeuge bauen, gaben beide Firmen am Montag bekannt. Ab dem zweiten Quartal 2013 soll PSA Lieferfahrzeuge liefern, die von den existierenden Modellen Peugeot Expert und Citroën Jumpy abgeleitet sind und als Toyota-Wagen vermarktet werden.

„Die Kooperation soll über 2020 hinaus dauern“, heißt es in der Erklärung. Toyota Motor Europe werde sich auch an der Entwicklung eines neuen Modells für dieses Segment beteiligen. Pläne für eine Kapitalverflechtung oder gemeinsame Produktion gibt es aber nicht. Toyota und PSA arbeiten bereits bei Kleinstwagen zusammen. So werden die fast baugleichen Kleinwagen Peugeot 107, Citroën C1 und Toyota Aygo in einem Werk in Tschechien gefertigt.

PSA hat angesichts der düsteren Marktsituation in Europa vor kurzem die geplante Streichung mehrerer tausend Stellen angekündigt und war damit bei Frankreichs neuer sozialistischer Regierung in die Kritik geraten. Der VW-Konkurrent ist Europas zweitgrößter Autobauer und beschäftigte nach eigenen Angaben Ende 2011 konzernweit etwa 123 000 Menschen im Autobereich.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Konzernchef Philippe Varin wurde am Nachmittag bei Premierminister Jean-Marc Ayrault erwartet. PSA will sein detailliertes Restrukturierungspaket am 25. Juli gemeinsam mit seinen Halbjahreszahlen vorstellen. Die Regierung in Paris will am gleichen Tag einen Hilfsplan für die Branche präsentieren.

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