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15.01.2010

16:09 Uhr

Kooperation

Suzuki wünscht sich raschen VW-Einstieg

Suzuki dringt auf eine rasche Beteiligung an seinem Partner und Großaktionär Volkswagen. Der japanische Kleinwagenspezialist hat Volkswagen gebeten, Aktionäre zu finden, die ihre VW-Anteile verkaufen könnten.

Osamu Suzuki würde VW gern rasch an Bord haben. Quelle: Reuters

Osamu Suzuki würde VW gern rasch an Bord haben.

HB HAMBURG/HAMAMATSU. Ein VW-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern und verwies auf die geringe Zahl von Stammaktien im Streubesitz. Über 90 Prozent der VW-Stimmrechte liegen bei den Großaktionären Porsche, Niedersachsen und Katar.

Beide Konzerne hatten vergangenen Monat einen umfassende Kooperation vereinbart, mit der Volkswagen schneller an die Weltspitze kommen will. Die beiden Autobauer wollen bei der Erschließung neuer Märkte voneinander profitieren. Volkswagen erhofft sich durch die neue Verbindung mehr Durchschlagskraft auf dem wachsenden Automarkt in Indien, wo Suzuki mit seiner Tochter Maruti Marktführer ist.

Suzuki seinerseits will Dieselmotoren von Volkswagen beziehen und überprüft nun seine bisherige Zusammenarbeit mit Peugeot und Renault, von denen die Japaner ihre Dieseltechnik bisher beziehen. „Suzuki ist eine umfassende Allianz mit Volkswagen eingegangen“, sagte Konzernchef Osamu Suzuki, der in diesem Monat 80 Jahre alt wird und keine Absichten erkennen lässt, abzutreten. Der Suzuki-Patriarch sagte, sein Unternehmen wolle mit Volkswagen auf allen Feldern gemeinsame Entwicklungen realisieren oder von Volkswagen lernen.

Neben der Dieseltechnik nannte er die Hybridtechnologie und Elektroautos. Ihre jeweiligen Vertriebsnetze wollen die beiden Autobauer getrennt halten.

Basis der Zusammenarbeit soll eine Überkreuzbeteiligung sein. VW ist mittlerweile mit knapp 20 Prozent Hauptaktionär von Suzuki. Die Hälfte des Kaufpreises von 1,7 Mrd. Euro will Suzuki in VW-Stammaktien investieren. Die Höhe des angestrebten Anteils hatte Suzuki-Chef Osamu Suzuki Anfang Dezember auf 2,5 Prozent geschätzt.

Das Bundeskartellamt gab laut einer Mitteilung vom Freitag grünes Licht für den Einstieg von Volkswagen bei dem japanischen Kleinwagenspezialisten. Die Wettbewerbshüter gaben die Pläne nach knapp einmonatiger Prüfung ohne Auflagen frei.

Nach dem Einstieg des Emirats Katar mit 17 Prozent sind nur noch wenige VW-Stammaktien breit gestreut. Wegen der Börsenregeln wurde das Papier deshalb unlängst im Dax durch die Vorzugsaktie ersetzt. Größter VW-Eigner ist mit knapp 51 Prozent die Porsche Automobil Holding SE Porsche, mit der VW bis 2011 in Stufen verschmelzen will. In einem ersten Schritt hatte VW kürzlich knapp die Hälfe des Sportwagengeschäfts von Porsche übernommen. Das Land Niedersachsen als zweitgrößter Eigner hält etwas mehr als 20 Prozent. Weitere gut zwei Prozent liegen beim Autohandelshaus Porsche Austria der Familien Porsche und Piech.

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