Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.11.2011

16:19 Uhr

Kooperation vereinbart

Wüstenkraftwerk Desertec rückt näher

Die Projektpartner Desertec-Konsortium Dii und der französische Netzentwickler Medgrid haben eine engere Kooperation beschlossen. Somit schreitet das Wüstenstrom-Projekt Desertec weiter voran.

Ähnlich wie dieses Kraftwerk in Israel könnte Desertec Solarenergie in der Wüste gewinnen. ap

Ähnlich wie dieses Kraftwerk in Israel könnte Desertec Solarenergie in der Wüste gewinnen.

BrüsselZwei europäische Initiativen für Strom aus der afrikanischen Wüste haben am Donnerstag einen Schritt nach vorn gemacht. In Brüssel wurde eine engere Kooperation zwischen dem in München beheimateten Desertec-Konsortium Dii (Desertec Industrial Initiative) und dem französisch-dominierten Netzentwickler Medgrid vereinbart. Dabei ist Dii für die Entwicklung von Projekten für Wind- und Sonnenkraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten zuständig, während Medgrid den dafür nötigen Ausbau der Stromnetze vorbereitet.

„Es gibt jetzt eine konkrete Perspektive“ für den Wüstenstrom, erklärte EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der die Absichtserklärung zwischen den beiden Projektpartnern begrüßte. Bis 2050 könnten rund 15 Prozent des europäischen Stroms aus Nordafrika und dem Nahen Osten kommen, so eine Schätzung der Kommission. Die Projekte sollen aber auch den Einheimischen zugute kommen, etwa durch neue Arbeitsplätze.

Brüssel will Dii und Medgrid bei den Projekten unterstützen, zum Beispiel durch Kontakte zur Politik in den Produktionsländern. Auch finanzielle Förderung aus EU-Töpfen ist denkbar, zum Beispiel für die Netze. Bislang gibt es nur eine einzige Hochspannungsverbindung, die Nordafrika über die Meerenge Gibraltar mit der EU verbindet.

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

24.11.2011, 17:07 Uhr

Anstatt die dezentrale Energiegewinnung zu fördern, wird hier wieder ein Milliardenspiel der großen Energiekonzerne unterstützt. Ob wir jetzt Atomkraftwerke haben oder Desertec, beides sind für eine moderne Gesellschaft Dinosauriertechnologien, die nur eines gemeinsam haben - sie sind sehr teuer und binden damit enormes Kapital. Und die vorhandene Monopolstruktur wird weitgehend aufrecht erhalten.

Rufer_in_der_Wueste

25.11.2011, 09:28 Uhr

Die Kooperation ist sehr zu begrüßen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Netzbelastungen aus vom Stromverbraucher bezahlten Windstrom und PV-Strom in vielen Ländern Europas an die Grenzen stoßen. Daher machen Solarkraftwerke nur Sinn und können auch nur dann zum völligen Abschalten von fossil befeuerten Kraftwerken führen, wenn diese grundlastfähig sind, also 5.000-7.500 Vollaststunden erzeugen können. Bei PV in Deutschland haben wir nur 850-1.100 Vollaststunden (bzw. kWh/kWpeak). Solarthermische Kraftwerke wie Parabolrinnen- und Solarturmkraftwerke (unter CSP zusammengefasst) haben ihre niedrigsten Stromerzeugungskosten bei ca. 3.000 Vollaststunden. Das einzige Solarthermische Kraftwerk, das 6.000-7.200 Vollaststunden in Südeuropa und Afrika erreicht, ist das Multi-Effekt-Solarkraftwerk (MES) der WITT SOLAR AG. Als Nebenprodukt und ohne weitere Investition werden große Mengen an Trinkwasser erzeugt, die lokal zum Aufbau der Infrastruktur zur Verfügung stehen. Im Ergebnis liegen die Stromerzeugungskosten von MES bei 50% von CSP in Nordafrika und 25% von PV in Deutschland. Herr Oettinger weiß dies, wie auch die Energieministerin von Marokko und auch dass die zu errichtende Hochspannungs-Gleichstrom Übertragung (HGÜ) nur bei Grundlaststrom wirtschaftlich betrieben werden kann. Es wäre wünschenswert, wenn auch unsere Ministerien BMU, BMWi, BMZ und BMBF dies verstehen würden und unsere Mittel in Milliardenhöhe endlich effektiv einsetzen und nicht in kontraproduktive Maßnahmen. Sie sind herzlich zu meinem Vortrag in Saudi Arabien am 5. Dez. 2011 eingeladen.
M. Witt

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×