Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.05.2015

15:34 Uhr

Korruption am Berliner Flughafen

Ex-BER-Manager in Untersuchungshaft

VonMassimo Bognanni, Sönke Iwersen

Offenbar hat es einen Durchbruch bei den Ermittlungen zur Korruption am Berliner Flughafen BER gegeben: Mehrere der Beschuldigten, darunter der Ex-Deutschlandchef des Baukonzerns Imtech, sind geständig.

Bund der Steuerzahler fordert Konsequenzen

Wird der Berliner Flughafen noch teurer?

Bund der Steuerzahler fordert Konsequenzen: Wird der Berliner Flughafen noch teurer?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDie Staatsanwaltschaft Neuruppin hat bei ihren Ermittlungen zur Korruption am Berliner Flughafen BER offenbar einen Durchbruch erreicht. Nach Recherchen des Handelsblattes sind mehrere der Beschuldigten geständig. Der ehemalige Deutschlandchef des niederländischen Baukonzerns Imtech gab zu, eine Schmiergeldzahlung für den BER genehmigt zu haben. Ein weiterer Imtech-Manager räumte ein, im Dezember 2012 an einem Rasthof an der brandenburgischen A24 einen Briefumschlag mit Bargeld an einen Mitarbeiter des BER übergeben zu haben. Der BER-Mitarbeiter bestätigte den Erhalt von 150.000 Euro. In diesen Punkten decken sich die Aussagen mehrerer Beteiligter.

Die Neuruppiner Korruptionsexperten ermitteln in der Sache seit Dezember 2014. Der Verdacht: Ein damaliger Bereichsleiter des Flughafens soll von Imtech bestochen worden sein. Der Gebäudeausrüster ist auf der Flughafenbaustelle unter anderem für die Brandschutzanlagen zuständig, die zu den milliardenteuren Verzögerungen geführt haben. Als Gegenleistung für das Bargeld soll der BER-Manager Ende 2012 Imtech-Rechnungen in Höhe von 65 Millionen Euro durchgewunken haben, ohne zu prüfen, ob der Baukonzern die entsprechenden Arbeiten überhaupt ausgeführt hatte. Tatsächlich zahlte der BER wenige Tage nach der Geldübergabe an der Autobahn die Millionen an Imtech. Während der Ermittlungen habe der BER-Manager aber angegeben, er hätte die Freizeichnung eines solchen Betrages nicht allein veranlassen können.

Hauptstadtflughafen: Bund setzt auf eigene BER-Kontrolleure

Hauptstadtflughafen

Bund setzt auf eigene BER-Kontrolleure

Der Bund will mit einer eigenen Stabsstelle versuchen, die Probleme beim Berliner Hauptstadtflughafen in den Griff zu bekommen. Die Mitarbeiter sollen daran arbeiten, Berichts- und Controlling-Strukturen zu verbessern.

Wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin dem Handelsblatt auf Nachfrage bestätigte, hat sie den ehemaligen BER-Manager inzwischen in Untersuchungshaft genommen. Es bestehe Fluchtgefahr. Der Anwalt des Mannes bestätigte diesen Umstand, sagte aber, sein Mandant könne gegen die Zahlung einer Kaution von 350.000 Euro und bei weiteren Auflagen wieder freikommen. Kurios: Bei seinem Abschied im August 2013 erhielt der BER-Mitarbeiter ein persönliches Referenzschreiben vom damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Darin bescheinigte Mehdorn, sein Mitarbeiter habe „sehr effektiv, gewissenhaft und mit größter Sorgfalt“ gearbeitet. Sein persönliches Verhalten sei „stets einwandfrei“ gewesen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

28.05.2015, 19:32 Uhr

Hoffentlich werden die Manager verurteilt alle Mehrkosten privat zu zahlen, die vom Angebot abweichen. Nur so wird der steuerzahler entlastet und wir können die Erzieher die Einkommen erhöhen, wie sich die Politiker laufend unverdienterweise nehmen. Welcher erzieher hat Deutschland so geschadet wie unsere Politiker. Beispiele: Bundeswehrkosten, Verschuldung durch Frau Merkel persönlich auf unverstellbare Höhe. Da sind Griechen sogar Waisenknaben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×