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11.11.2012

22:45 Uhr

Korruptionsaffäre

Mehrere EADS-Manager unter Verdacht

In der Korruptionsaffäre beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS sind neue Details bekannt geworden. Laut Medienberichten gehört neben aktuellen führenden Angestellten auch ein früherer Top-Manager zu den Beschuldigten.

Noch unlackierte Kampfjets vom Typ Eurofighter in einem Militärflugzeuge-Werk von EADS bei der Endmontage. dapd

Noch unlackierte Kampfjets vom Typ Eurofighter in einem Militärflugzeuge-Werk von EADS bei der Endmontage.

FrankfurtIn der Korruptionsaffäre beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS stehen nach Zeitungsberichten mehrere frühere und aktuelle Manager des Konzerns unter Verdacht. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Wochenende, zu den 13 Beschuldigten zählten neben EADS-Leuten aus der "mittleren Ebene" auch Lobbyisten und Vermittler sowie ein früherer Top-Manager des Rüstungskonzerns. Der "Spiegel" sprach von einem halben Dutzend früherer und jetziger EADS-Manager, darunter zwei frühere Bereichsvorstände.

Ein Firmensprecher wollte die Berichte am Sonntag nicht kommentieren, wiederholte aber frühere Äußerungen, der Konzern kooperiere mit den Behörden. EADS-Chef Thomas Enders hatte am Donnerstag in einem Brief an die Führungskräfte gemahnt, betrügerisches und unethisches Verhalten hätten keinen Platz bei EADS. Ein Gesetzesverstoß sei keine Option. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Sonntagabend, dass man sich grundsätzlich nicht zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren äußere.

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In der Affäre, bei der es um angebliche Millionenzahlungen nach Österreich geht, waren am Dienstag Büros von EADS durchsucht worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wien, die die Razzien veranlasst hatte, geht es in dem seit 2011 laufenden Verfahren um den Verdacht der Bestechung, der Geldwäsche, des Betruges und der Abgabenhinterziehung.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, sollen mindestens 70 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein, der größte Teil davon über eine Firma in London auf Konten weiterer Gesellschaften in Malta, Liechtenstein, der Schweiz, der Isle of Man und Österreich. Die Staatsanwaltschaften in München und Wien vermuteten, dass die Millionensumme als Schmiergeld eingesetzt wurde, um Entscheidungsträger in Österreich zu bestechen.

Der "Spiegel" nannte eine Summe von 113,5 Millionen Euro, die nach Ansicht österreichischer Ermittler an ein Netz aus Briefkastenfirmen geflossen sei. Die Behörden vermuteten dahinter Schmiergeldtransfers an österreichische Entscheidungsträger, sogenannte "Kickback"-Rückzahlungen an EADS-Manager oder den Aufbau von schwarzen Kassen innerhalb des Konzerns. Inzwischen ermittle auch die Münchner Steuerfahndung in dem Fall.

Vor zehn Jahren hatte die Regierung des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel beim von EADS angeführten Eurofighter-Konsortium 18 Kampfjets für insgesamt zwei Milliarden Euro bestellt. Die Zahl der Flieger wurde nach einem Regierungswechsel dann auf 15 verringert, wodurch der Kaufpreis auf 1,6 Milliarden Euro sank. Bereits damals kam Berichten zufolge der Verdacht auf, dass es bei dem Geschäft Schmiergeldzahlungen gegeben habe. Bestätige sich nun der Korruptionsverdacht, so der "Spiegel" weiter, könnte Österreich womöglich den Milliarden-Kaufvertrag kündigen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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EinKretaner

12.11.2012, 06:21 Uhr

Welcher Nationalitaet gehoeren denn die Arbeitnehmer? Sind es Griechen?
:)

GRuss aus Kreta und eine schoene Woche

Account gelöscht!

30.11.2012, 21:18 Uhr

In Führungspositionen kann ich mir keine Griechen vorstellen.

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