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27.09.2012

13:44 Uhr

Korruptionsprozess

Ex-Managerin von MAN zu Bewährungsstrafe verurteilt

Im Prozess um Bestechungen bei MAN hat eine frühere Managerin gestanden. Sie sei den Hinweisen auf Korruption nicht nachgegangen. Auch gegen ehemalige MAN-Vorstände ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Korruption.

Der MAN-Konzern soll über Jahre bestochen haben. Eine Ex-Managerin steht wegen der Vorwürfe nun vor Gericht. dpa

Der MAN-Konzern soll über Jahre bestochen haben. Eine Ex-Managerin steht wegen der Vorwürfe nun vor Gericht.

MünchenDas Landgericht München hat die frühere MAN-Topmanagerin Sabine D. zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die 48-Jährige habe an einem besonders schweren Fall von Korruption mitgewirkt, sagte die Vorsitzende Richterin Jutta Zeilinger am Donnerstag. Neben den Prozesskosten muss D. 60.000 Euro an drei gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht hatten sich zuvor gütlich geeinigt. Die ehemalige Managerin hatte danach über ihre Verteidigerin ein Geständnis abgelegt. Die Angeklagte wischte sich dabei immer wieder Tränen ab.

D. hatte als Geschäftsführerin der MAN-Bustochter Neoman im November 2005 eine Schmiergeldzahlung in Höhe von 401.000 Euro freigegeben. Damit hatte sich das Unternehmen in der norwegischen Hauptstadt Oslo einen Auftrag für 39 Busse gesichert. Zu Prozessbeginn hatte die frühere MAN-Managerin noch sämtliche Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen. Sie gab zu, den Beleg unterschrieben zu haben. Allerdings sei ihr nicht bewusst gewesen, dass dies Bestechungsgeld war.

Die Richterin wies in ihrer Urteilsbegründung darauf hin, dass eine Geschäftsführerin eine "besondere Verantwortung" habe. D. habe sich über die zu diesem Zeitpunkt vom MAN-Konzern untersagte Bargeldzahlung an den technischen Direktor der Osloer Verkehrsbetriebe zwar sehr geärgert, führte Zeilinger aus. Sie sei aber dann bestrebt gewesen, diesen Vorfall aus der Welt zu schaffen.

Die weltgrößten Lkw-Hersteller nach Absatz

Platz 10

Ashok Leyland - Indien
Mit 80.000 verkauften Lkws kommen die Inder international auf einen Marktanteil von 2,8 Prozent. Allerdings beschränkt sich das Geschäft im Wesentlichen auf den Heimatmarkt.

Platz 9

Bejing Automotive Industry - China
Der Staatskonzern landet mit 109.400 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 3,8 Prozent ebenfalls unter den größten Herstellern der Welt. Auch hier sind die internationalen Ambitionen begrenzt.

Platz 8

Torch - China
Ein weiterer im Westen eher unbekannter Hersteller, der mit einem Lkw-Absatz von 113.200 auf einen Marktanteil von 3,9 Prozent kommt.

Platz 7

Volvo - Schweden
Beim Profit gehören die Schweden zu den absoluten Top-Marken weltweit. Bei den abgesetzten Fahrzeugen landen sie mit 125.800 verkauften Einheiten nur bei einem Marktanteil von 4,3 Prozent.

Platz 6

MAN/Scania - Deutschland/Schweden
Das neue Doppel des VW-Konzerns kommt gemeinsam auf 152.400 verkaufte Fahrzeuge und einen Marktanteil von 5,2 Prozent. Von der Spitze sind die Marken selbst gemeinsam noch weit entfernt.

Platz 5

Tata-Motors - Indien
In Europa machten die Inder vor allem mit der Übernahme von Jaguar und einem Billigauto Furore. Doch auch bei Trucks ist der Konzern vorne mit dabei. 194.900 abgesetzte Exemplare bescheren einen Marktanteil von 6,7 Prozent.

Platz 4

China Heavy National Duty Truck - China
Zu den chinesischen Spitzenreiter gehört auch dieser Staatskonzern, der 1935 gegründet wurde. Mit 199.900 verkauften Lkws erreicht der Konzern einen Marktanteil von 6,9 Prozent.

Platz 3

First Automotive Works - China
Bronze geht nach China. Der Volkswagen-Partner in der Volksrepublik setzte 2011 rund 274.300 Trucks ab und kommt damit auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Platz 2

Daimler Trucks - Deutschland
Was Umsatz und Profit angeht, kann kein anderer Lkw-Hersteller den Stuttgartern das Wasser reichen. Doch beim Absatz muss sich der Branchenprimus geschlagen geben: Mit 280.700 verkauften Lkws und einem Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht Daimler nur Silber.

Platz 1

Dongfeng - China
Kein Hersteller verkaufte im Jahr 2011 so viele Lkws wie die Chinesen. Ein Absatz von 300.100 Fahrzeugen ist ein Marktanteil von 10,3 Prozent und damit Gold.

Die Geschäftsführerin habe jedoch selbst nicht aktiv bestochen, betonte die Richterin. Es handele sich "um kriminelle Energie am unteren Rand". D. habe auch bereits mehr als 400.000 Euro zur Wiedergutmachung an den MAN-Konzern gezahlt. Außerdem sei das Geständnis "klar von Schuldeinsicht" getragen. Deswegen fiel die Strafe vergleichsweise gering aus. Für ein Geständnis hatte die Richterin der Angeklagten eine Bewährungsstrafe zwischen acht und elf Monaten in Aussicht gestellt.

In der von ihrer Verteidigerin Barbara Livonius vorgelesenen Erklärung, hatte Sabine D. zuvor eingeräumt, den Vorwürfen "nicht länger entgegentreten zu können". Sie habe "Warnsignale erkannt", diese aber nicht hinterfragt.

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