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12.11.2012

14:55 Uhr

Korruptionsverdacht

EADS im Visier gebündelter Justizgewalt

Mehrere frühere und aktuelle Manager von EADS sollen unter Korruptionsverdacht stehen. Nun arbeiten die deutschen und österreichischen Behörden zusammen, um die Affäre aufzuklären, bei der es um viele Millionen geht.

Das Firmenschild des Flugzeugbauers EADS. dapd

Das Firmenschild des Flugzeugbauers EADS.

BerlinIn der Korruptionsaffäre beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS haben deutsche und österreichische Justizbehörden ihre Kräfte gebündelt. Eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums sagte am Montag, zu diesem Thema sei eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Staatsanwaltschaften in München und Wien eingerichtet worden. Zu Details wollte die Bundesregierung, die momentan über den Erwerb eines EADS-Anteilspakets durch die Staatsbank KfW verhandelt, aber nichts sagen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums unterstrich lediglich: "Wir gehen allerdings davon aus, dass das Unternehmen konstruktiv mit den Behörden zusammenarbeiten wird."

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Presseberichten zufolge stehen mehrere frühere und aktuelle Manager des Luft- und Raumfahrtkonzerns unter Korruptionsverdacht. Laut "Süddeutscher Zeitung" zählen zu den 13 Beschuldigten neben EADS-Führungskräften aus der "mittleren Ebene" auch Lobbyisten und Vermittler sowie ein früherer Top-Manager des Rüstungskonzerns.

In der Affäre, bei der es um angebliche Millionenzahlungen nach Österreich geht, waren vergangene Woche EADS-Büros durchsucht worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wien, die die Razzien veranlasst hatte, geht es in dem seit 2011 laufenden Verfahren um den Verdacht der Bestechung, der Geldwäsche, des Betruges und der Abgabenhinterziehung. Laut "Süddeutscher Zeitung" sollen mindestens 70 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein.

Die Staatsanwaltschaften in München und Wien vermuteten, dass die Mittel als Schmiergeld eingesetzt wurden, um Entscheidungsträger in Österreich zu bestechen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nannte eine Summe von 113,5 Millionen Euro, die an Briefkastenfirmen geflossen sei. Die Behörden vermuteten dahinter Schmiergeldtransfers an österreichische Entscheidungsträger, Zahlungen an EADS-Manager oder den Aufbau von schwarzen Kassen innerhalb des Konzerns.

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