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08.05.2011

19:27 Uhr

Korruptionsverdacht

Ermittler finden bei Ferrostaal nur wenig Schmiergeld

VonMartin Murphy, Markus Fasse

ExklusivSchmiergeld in dreistelliger Millionenhöhe hatten die Ermittler beim Essener Industriedienstleister Ferrostaal vermutet. Was die einjährige Untersuchung nun zutage gefördert hat, wirkt dagegen fast kläglich.

Firmenzentrale des Anlagenbauers Ferrostaal in Essen. Quelle: dpa

Firmenzentrale des Anlagenbauers Ferrostaal in Essen.

EssenDer unter Korruptionsverdacht stehende Essener Industriedienstleister Ferrostaal hat nach einem Jahr seine internen Untersuchungen abgeschlossen. Für den Zeitraum von 1999 bis 2010 fanden die Ermittler Zahlungen über 8,82 Millionen Euro, die sich eindeutig als Schmiergeld bezeichnen lassen. Weitere 81 Millionen Euro gelten als fragliche Zahlungen, weil Zweck und Empfänger nicht eindeutig zuzurechnen seien. Das geht aus dem Abschlussbericht der von Ferrostaal eingesetzten Anwaltskanzlei Debevoise und Plimpton hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

Die Anwaltskanzlei hat Zahlungsströme in Höhe von fast 1,2 Milliarden Euro untersucht. Die Ermittler gingen zunächst davon aus, einen dreistelligen Millionenbetrag an Schmiergeldzahlungen ans Licht zu bringen. Ferrostaal nannte die Ermittlungen auf Anfrage "nötig und gerechtfertigt".

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen die ehemalige MAN-Tochter seit über einem Jahr. Seit Mitte März stehen die ersten beiden Manager unter Anklage. Ein Vergleich zwischen Ferrostaal und der Staatsanwaltschaft München über die Zahlung von 196 Millionen Euro Bußgeld war zuvor geplatzt. Ferrostaal gehört seit 2009 mehrheitlich dem arabischen Staatsfonds IPIC. Die Araber liegen mit dem Vorbesitzer MAN seit Oktober 2010 im Rechtsstreit über die Folgen der Korruptionsaffäre.

Ferrostaal gehört seit 2009 mehrheitlich dem arabischen Staatsfonds IPIC. Die Araber liegen mit dem Vorbesitzer MAN seit Oktober 2010 im Rechtsstreit über die Folgen der Korruptionsaffäre. Der Staatsfonds weigert sich wegen des Skandals, die restlichen 30 Prozent an dem Unternehmen zu kaufen und will vor einem Schiedsgericht eine Rückabwicklung des Deals erwirken.

Vor allem bei VW wird das Geschehen genau beobachtet. Die eine Einigung über Ferrostaal eine wichtige Voraussetzung für die geplante Fusion zwischen MAN und Scania.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

08.05.2011, 19:58 Uhr

Leichte Verschätzung.

Account gelöscht!

09.05.2011, 00:28 Uhr

Ach nee, wie sieht denn Schmiergeld aus? Das ist wohl voll mit Schmiere ihr Laienschauspieler!

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