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12.11.2012

07:02 Uhr

Korruptionsvorwürfe

Staatsanwälte ermitteln bei Bilfinger

Der nächste deutsche Großkonzern hat Ärger mit der Justiz: Beim Bau von Autobahnen in Ungarn und in der Slowakei soll Schmiergeld gezahlt worden sein. Jetzt ist Bilfinger im Visier der Staatsanwaltschaft.

Bei Bilfinger ermitteln nun die Staatsanwälte. dapd

Bei Bilfinger ermitteln nun die Staatsanwälte.

Frankfurt/WienGegen den Mannheimer Baukonzern Bilfinger wird nach einem österreichischen Zeitungsbericht wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt. Es gehe um angebliche Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe im Zusammenhang mit Bauprojekten in Ungarn und der Slowakei, berichtete die Zeitung "Die Presse" am Samstag.

Büros der österreichischen Konzerntochter in Wien, die Konzernzentrale in Mannheim sowie Filialen in Ungarn und der Slowakei seien Mitte Oktober durchsucht worden. Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein 495-Millionen-Euro-Bauprojekt in Ungarn, berichtete die Zeitung. Dafür sei angeblich 2006 und 2007 Schmiergeld an ungarische Regierungsstellen.

Ein Konzernsprecher bestätigte Durchsuchungen "in verschiedenen Büros" von Bilfinger, bei denen es laut Staatsanwaltschaft um Vorgänge aus den Jahren 2006 und 2007 gehe. Bilfinger unterstütze die Ermittlungen und kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, sagte der Sprecher weiter. "Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir zu dem Sachverhalt keine weiteren Angaben machen können."

Gegenüber dem Handelsblatt lehnte ein Sprecher eine Stellungnahme dazu ab, ob die Bilfinger-Niederlassungsleiter in Österreich und Ungarn beurlaubt worden seien.

2006 und 2007: Das ist genau der Zeitraum, in dem der Bilfinger-Konzern Mitglied eines Konsortiums war, das in Südungarn einen Autobahn-Teilabschnitt errichtet hat. Für knapp 500 Millionen Euro wurde ein gut 60 Kilometer langes Teilstück zwischen der Hauptstadt Budapest und Pécs (Fünfkirchen) errichtet. Außer dem Bilfinger-Konzern gehörten auch die österreichische Baugruppe Porr und der französische Autobahnbetreiber Egis zu dem Konsortium.

Bilfinger ist nicht das erste Unternehmen, das sich Ärger beim Autobahnbau in Ungarn eingefangen hat. So wurde vor zwei Jahren auch gegen den österreichischen Baukonzern Strabag wegen möglicher Schmiergeldzahlungen ermittelt. Bilfinger selbst geriet vor Jahren mit seinem Nigeria-Geschäft ins Visier der Ermittler – ebenfalls wegen Schmiergeldzahlungen.

Roland Koch, der seit letztem Jahr im Chefsessel sitzt, hat auch deshalb alle Kraft daran gesetzt, sich aus dem Geschäft zurück zu ziehen und begonnen, die Beteiligung an Julius Berger Nigeria PLC zu reduzieren.

Kommentare (6)

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12.11.2012, 10:54 Uhr

Man hat schon gewußt, warum man sich einen Politiker geholt hat. Staatsanwälte sind weisungsgebunden, (hörige) Richter von den Politikern ausgewählt. Da kann nicht viel passieren!

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12.11.2012, 11:11 Uhr

Mit Roland Koch hat man genau den Richtigen!

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12.11.2012, 12:41 Uhr

Roland Koch wollte doch auch wiederholt kriminelle Jugendliche nach Sibirien schicken.


Alle, die Großreinemachen wollten, durften es nicht.


Zurück bleibt daher (wie gewohnt) nur ein Saustall.

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