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12.01.2010

08:44 Uhr

Kosmetikhersteller

Beiersdorf peilt 2010 Wachstum an

VonMark C. Schneider

Der Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf hat im abgelaufenen Jahr weniger Gewinn eingebüßt als erwartet. 2010 soll das Unternehmen stärker wachsen als der Markt, wie der Nivea-Hersteller am Dienstag in Hamburg mitteilte.

Mit Nivea und anderen Produkten will Beiersdorf-Chef Thomas-B. Quaas den Umsatz in diesem Jahr wieder steigern. Quelle: ap

Mit Nivea und anderen Produkten will Beiersdorf-Chef Thomas-B. Quaas den Umsatz in diesem Jahr wieder steigern.

HAMBURG. Der Dax-Konzern Beiersdorf kommt mit leichten Blessuren durch das Krisenjahr 2009. Bereinigt um Sondereffekte sank das operative Ergebnis im vergangenen Jahr um rund 16 Prozent auf 585 Mio. Euro. Der Umsatz ging um knapp vier Prozent auf 5,7 Mrd. Euro zurück. Die Umsatzrendite liegt damit bei 10,2 Prozent, nach 13,4 Prozent im Rekordjahr 2008. Die Hamburger gaben gestern vorläufige Geschäftszahlen für 2009 bekannt, die finalen Daten wollen sie am 4. März veröffentlichen.

Das Ergebnis liegt leicht unter den Erwartungen der Marktbeobachter. Der Aktienkurs von Beiersdorf sank um mehr als zwei Prozent auf rund 44 Euro. Analysten hatten mit einem höheren Gewinn pro Aktie gerechnet. Für das Unternehmen spielt die Börse allerdings eine nachgeordnete Rolle, da es von der Hamburger Familie Herz dominiert wird. Diese hält die Mehrheit über die Holding Maxingvest, zu der auch der Kaffeeröster Tchibo gehört.

Der Konsumgüter- und Klebefilmproduzent Beiersdorf hatte sich mit massiven Sparprogrammen gegen Absatzeinbrüche vor allem im Industriegeschäft gewandt. Dieser Kurs soll auch 2010 gesteuert werden: „Wir haben schnell reagiert und werden diese Flexibilität beibehalten“, sagte Konzernchef Thomas-Bernd Quaas gestern. Durch die Weltwirtschaftskrise sei eine „neue Realität mit neuen Strukturen“ entstanden.

Konzern will Marktanteil ausbauen

Quaas will im laufenden Jahr weltweit Marktanteile gewinnen. Die Kernsparte Konsumgüter, zu der die Marken Nivea, Eucerin und Labello zählen, verlor 2009 mit rund fünf Mrd. Euro leicht an Umsatz. Betrachtet man die fortgeführten Geschäfte ohne Wechselkurseinflüsse, konnte der Bereich leicht zulegen. In China und Südamerika verzeichnete Beiersdorf mit Nivea & Co. ein zweistelliges Umsatzplus. Auf dem Heimatmarkt Deutschland schnitten die Hamburger nach eigenen Angaben „sehr erfolgreich“ ab. Sorgen bereitet weiterhin der Rückgang in Westeuropa. Operativ erwirtschaftete die Sparte ein Ergebnis von 556 Mio. Euro – 60 Mio. weniger als im Jahr 2008.

Deutlich besser als erwartet schnitt die Klebefilmsparte Tesa ab. Das Industriegeschäft litt im vergangenen Jahr vor allem unter krisenbedingten Produktionseinbrüchen. Am Ende zeigten die staatlichen Programme zur Absatzförderung in der Autobranche auch beim Zulieferer Tesa Wirkung. Das vorläufige Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen fiel nach Aufwendungen zur Restrukturierung mit 29 Mio. Euro besser aus als erhofft. Der Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent auf 737 Mio. Euro. Tesa hatte Zeitarbeiter abgebaut und angekündigt, rund 400 feste Stellen zu streichen. Über weite Teile des Jahres hatte Tesa in den Werken Kurzarbeit angesetzt. Analysten würdigten die unerwartet guten Ergebnisse der Restrukturierung von Tesa.

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