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16.01.2014

12:26 Uhr

Kosmetikhersteller

Starker Euro bremst Beiersdorf

Der Chemiekonzern Beiersdorf kann zwar die Erlöse steigern, doch die starke europäische Währung macht der Firma einen Strich durch die Rechnung. Dennoch kann der Vorstand Prognosen bekräftigen.

Nivea ist immer noch die stärkste Marke von Beiersdorf. dpa

Nivea ist immer noch die stärkste Marke von Beiersdorf.

HamburgDer erfolgreiche Umbau bei Beiersdorf zahlt sich auch für Konzernchef Stefan Heidenreich aus: Der Aufsichtsrat des Kosmetikkonzerns verlängerte den Vertrag des 51-jährigen Managers vorzeitig bis Ende 2019 und honorierte damit dessen Erfolge bei der Neuausrichtung des Nivea-Herstellers, der lange als verschlafen galt.

Aufsichtsratschef Reinhard Pöllath zollte ihm am Donnerstag dafür „größten Respekt“. Auch die Börse applaudierte: Die Aktie des Dax-Konzerns legte in einem unveränderten Umfeld um mehr als ein Prozent zu. Heidenreich war vor zwei Jahren von der auf Babynahrung und Konfitüren spezialisierten Hero-Gruppe zu dem von der Tchibo-Mutter kontrollierten Unternehmen gekommen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Beiersdorf fährt derzeit die Früchte des Umbaus ein: Sowohl in gesättigten Märkten Europas als auch in Schwellenländern seien im abgelaufenen Jahr deutliche Umsatzzuwächse erzielt worden, teilte Heidenreich auf Grundlage vorläufiger Zahlen mit. Der starke Euro bremste allerdings das Wachstum. Nominal steigerte der Konzern die Erlöse zwar um 7,2 Prozent auf 6,14 Milliarden Euro. Wegen Währungseffekten blieb jedoch nur ein kleines Plus von 1,7 Prozent und damit etwas weniger als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 6,19 Milliarden Euro gerechnet.

Während die Kosmetiksparte ihren Umsatz um sieben Prozent steigerte, legte die kleinere Klebstofftochter Tesa um 8,4 Prozent zu. Tesa profitiert davon, dass die Industriekundschaft wegen der Konjunkturerholung mehr bestellt, um die Lager zu füllen. Analysten hoben hervor, dass Beiersdorf seit 2008 nicht mehr so stark gewachsen sei. Einige bezweifeln allerdings, dass ob der Konzern dieses Tempo halten kann.

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