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26.06.2012

09:14 Uhr

Kosmetikkonzern

L'Oréal lässt die Konkurrenz hinter sich

VonChristoph Kapalschinski

Die Konkurrenz auf dem Kosmetikmarkt schwächelt. L'Oréal nutzt die Gunst der Stunde und baut seine Marktanteile aus - und das trotz der Schlecker-Bremse. Neue Produkte sollen nun für hohe Erträge sorgen.

L'Oréal-Botschafterin Fan Bingbing. dapd

L'Oréal-Botschafterin Fan Bingbing.

IstanbulDer Kosmetik-Multi L'Oréal setzt in Deutschland zu neuem Wachstum an. Bereits im zweiten Halbjahr soll die Delle, die die Schlecker-Insolvenz im Markt verursacht hat, überwunden sein. Das sagte der Chef der weltweiten Konsumentensparte, Jean-Jacques Lebel, dem Handelsblatt auf dem Konsumgüterforum CGF in Istanbul. "In Deutschland gewinnen wir derzeit deutlich Marktanteile. Bald wird sich das auch in Umsatzwachstum niederschlagen", sagt der Spitzenmanager des weltgrößten Kosmetikkonzerns.

Obwohl inzwischen das meiste Wachstum aus den Schwellenländern kommt, will Lebel weiter in Westeuropa investieren. Für die kommenden Monate kündigte er Produkte an, mit denen L'Oréal in Supermärkten und Drogerien in neue Preisdimensionen vorstößt.

Die Franzosen stehen vor einem Umbruch: 2012 dürfte der Umsatzanteil der Neuen Märkte in Asien, Osteuropa, Lateinamerika und Afrika den Umsatz des Heimatmarkts Westeuropa überholen. Bislang stehen beide Bereiche für gut 38 Prozent des Umsatzes mit Kosmetik. Bei weitem wichtigster Umsatzbringer sind die Konsumentenprodukte in Supermärkten und Drogerien. Weitere Vertriebskanäle sind Parfümerien für Luxusprodukte und professionelle Anwender wie Friseure und Kosmetiker. L'Oréal setzte 2011 gut 20 Milliarden Euro um, davon eine Milliarde in Deutschland.

"Insgesamt stagniert der europäische Markt, aber wir entwickeln uns besser", sagte Lebel. Die Gewichte jedoch verschieben sich: Die Türkei wachse das zweite Jahr hintereinander um 40 Prozent, China regelmäßig zwischen 15 und 20 Prozent. "Wachstum kommt aber auch aus den reifen Märkten. Großbritannien und Frankreich wachsen. Sehr zufrieden sind wir in den USA", meinte Lebel. Analysten rechnen damit, dass L'Oréal insbesondere von der Schwäche von Procter & Gamble profitiert. P&G hatte vergangene Woche eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Nielsen-Marktforscher warnten zudem, Henkel und Beiersdorf verlören derzeit in den USA.

Beiersdorf hat bei seiner Marke Nivea zuletzt etliche Produkte, die vom Markenkern Hautpflege entfernt sind, eingestellt. Es sei noch nicht absehbar, wie die Kunden auf die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker reagierten, hieß es bei dem Dax-Konzern. Auch Henkel gibt keine Prognose für das Deutschland-Geschäft.

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