Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.05.2011

09:33 Uhr

Kosmetiksparte

Beiersdorf muss für Umbau zahlen

Der Umbau der Kosmetiksparte schmälert den Betriebsgewinn von Beiersdorf. Analysten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Deckel für Dosen der Hautcreme Nivea. Quelle: dapd

Deckel für Dosen der Hautcreme Nivea.

HamburgDer Umbau der Kosmetiksparte hat zu Jahresanfang Spuren beim Nivea-Hersteller Beiersdorfhinterlassen. Allerdings fielen die Folgen der Sortimentsstraffung und des Restrukturierungsprogramms nicht so gravierend aus wie von Analysten erwartet. Der Betriebsgewinn sank zwar von Januar bis März um 13 Prozent auf 162 Millionen Euro wie, wie der Konzern am Donnerstag bekanntgab. Vor Reuters befragte Branchenexperten hatten im Schnitt aber mit einem sehr viel schärferen Rückgang des Ergebnisses gerechnet. Der Umsatz stieg leicht auf 1,4 Milliarden Euro.

"Wir sind mit der Neuausrichtung unseres Geschäfts auf Kurs", zog Vorstandschef Thomas-Bernd Quaas eine Bilanz der ersten drei Monate. In der Nivea-Sparte sanken die Erlöse leicht auf 1,17 Milliarden Euro, weil Beiersdorf unrentable Produkte aus dem Sortiment nahm. Betroffen davon war vor allem das Geschäft in Westeuropa, wo Beiersdorf einen großen Teil seines Umsatzes macht. In Nordamerika steigerte die Kosmetiksparte dagegen ihren Umsatz. Das Geschäft in Japan sei von den Folgen der Erdbebenkatastrophe bisher noch nicht so stark betroffen.

Die Klebstofftochter Tesa verdiente dank des Aufschwungs in der Auto- und Elektronikindustrie erneut prächtig und kann einen Teil der Umbaukosten im Kerngeschäft auffangen. Die Rendite (Ebit-Marge) der Sparte kletterte auf 12,2 (Vorjahr: 11,9) Prozent.

Der Nivea-Konzern hatte sich im Kosmetikgeschäft zuletzt schlechter geschlagen, weil der zunehmende Preiskampf die Margen auf dem Heimatmarkt schrumpfen lässt. Beiersdorf macht fast zwei Drittel seines Umsatzes in Europa, während große Konkurrenten wie Procter & Gamble vor allem in Schwellenländern wachsen. In China fährt Beiersdorf wegen der auch dort laufenden Restrukturierung Verluste ein.

Der von der Tchibo-Mutter kontrollierte Traditionskonzern hatte sein Geschäft in den vergangenen Jahren durch zahlreiche neue Produkte in der Haarpflege und Kosmetik ausgeweitet. Rivalen wie L'Oreal nutzten dies aus und griffen Beiersdorf in seinem angestammten Geschäft mit Hautpflegeprodukten an. Nun versucht der Vorstand das Unternehmen durch hohen Werbeaufwand und Investitionen in neue Produkte im Kerngeschäft wieder in Fahrt zu bringen.

Aus Sicht der Konzernspitze soll dieses Ziel bereits im nächsten Jahr erreicht sein. Für die Übergangszeit 2011 verlangt der Vorstand den Aktionären Bescheidenheit ab. Den Ausblick für das laufende Jahr beließ der Konzern unverändert. Demnach rechnet Beiersdorf für das Gesamtjahr mit einer etwas niedrigeren Rendite als 2010 und einem Umsatz auf dem Vorjahresniveau von knapp 6,2 Milliarden Euro.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×