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26.07.2012

14:13 Uhr

Kostendruck

Daimler baut die Produktion um

Mit einer Produktionsumstellung will der Premiumautobauer Daimler seine Kosten senken. Die Stuttgarter müssen dringend ihre Marge verbessern, um den eigenen Zielen gerecht werden zu können.

Die Daimler-Mitarbeiter in Bremen werden auch weiterhin den Mercedes-Benz SL zusammenbauen. dpa

Die Daimler-Mitarbeiter in Bremen werden auch weiterhin den Mercedes-Benz SL zusammenbauen.

StuttgartDer Autobauer Daimler justiert den Produktionsverbund zwischen seinen wichtigen Pkw-Montagewerken Bremen und Sindelfingen neu und will damit die Kosten drücken. Die 2009 mit dem Betriebsrat verabredete und bisher geplante Verlagerung der Endmontage des Luxus-Cabrios Mercedes-Benz SL von Bremen nach Sindelfingen ist vom Tisch, wie ein Daimler-Sprecher am Donnerstag nach dem Abschluss der Verhandlungen mit den Betriebsrat sagte. Damit spart sich Daimler einen teuren Transport der Rohkarossen aus der Hansestadt quer durch die Republik nach Schwaben zur Endmontage sowie den Weg zurück an die Küste, da viele SL-Cabrios über die Seehäfen exportiert werden.

Der Abzug der Endmontage des ab 93.500 Euro erhältlichen Cabrios aus dem Werk Bremen war vor drei Jahren ein Kompromiss mit den Arbeitnehmern, um deren Proteste gegen die damals beschlossene teilweise Verlagerung der Produktion des Kassenschlagers Mercedes C-Klasse aus Sindelfingen in die USA abzumildern. Die Beschäftigten waren dagegen Sturm gelaufen und hatten – angesichts der damaligen weltweiten Absatzkrise – um ihre Arbeitsplätze im Stammwerk Sindelfingen gefürchtet.

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Mittlerweile hat das Werk Sindelfingen den Zuschlag für die Produktion eines neuen viertürigen Mercedes-Coupes bekommen, auch die Luxus-Limousine Mercedes-Benz S-Klasse und deren Varianten werden dort weiter gebaut. Daimler werde in Sindelfingen im Rahmen der jüngsten Vereinbarung mit dem Betriebsrat bis 2014 rund 270 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, sagte der Sprecher. Ebenso werde dort die Zahl der Auszubildenden erhöht. Auch die Beschäftigung im Werk Bremen sei sicher, die Personalkapazitäten seien erst jüngst aufgestockt worden.

Eine Sprecherin des Daimler-Gesamtbetriebsrats bestätigte die Einigung über die Neuordnung des Produktionsverbunds. Die Geschäftsleitung habe zudem den lange aufgeschobenen Neubau eines Zentrums zur Werkzeugherstellung genehmigt. Damit werde das Mercedes-Stammwerk gestärkt, da alle Standorte weltweit von Sindelfingen aus mit Werkzeugen beliefert würden. Konzernbetriebsratschef Erich Klemm hatte zuletzt über eine schwache Nachfrage nach dem Cabrio SL berichtet. Die unter den Planungen liegende Produktion im Werk Bremen laufe nur in einer Schicht, der Cabrio-Markt sei in die Knie gegangen. Das neue Modell des Mercedes-Benz SL ist erst wenigen Monaten auf dem Markt. Daimler wollte von schwachen Verkaufszahlen des Modells SL nichts wissen. Im ersten Halbjahr 2012 seien knapp 80 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum verkauft worden, sagte der Daimler-Sprecher.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Audi

26.07.2012, 14:27 Uhr

Bis Daimler je den Modularen Querbaukasten hin bekommen hat, ist der nächste Tzunami vernichtend über sie gerollt.

Daimler lebt nur noch vom Ruhm der alten Tage, ist Alteisen, egal was der typische Kunde mit seinem Rollator dazu meint.

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