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27.01.2004

11:20 Uhr

Kostensenkungen im Entwicklungsbereich möglich

Sanofi will jährlich fast zwei Milliarden sparen

„In diesem Wettbewerbsumfeld müssen wir einen neuen starken Spieler schaffen.“ Als Sanofi-Chef Jean- François Dehecq gestern auf einer Pressekonferenz in Paris von den Vorteilen eines Zusammenschlusses zwischen Sanofi und Aventis schwärmte, erinnerte er mehr an einen Politiker im Wahlkampf als an einen abgebrühten Unternehmenschef.

ali/abo PARIS/DÜSSELDORF. Größerer Absatz der Medikamente dank eines erweiterten Vertriebsnetzes, wenige Überlappungen im Angebot, höherer Output an neuen Medikamenten dank der Vernetzung der Entwicklungsarbeit beider Konzerne, Kostensenkungen durch eine verschlankte Organisation – dies sind die Argumente des Sanofi-Managements. Vom Jahr 2006 an stellt das Unternehmen Synergien in Höhe von 1,6 Mrd. Euro pro Jahr in Aussicht.

Analysten billigen zu, dass sich die Produktpaletten beider Pharma-Konzerne wenig überschneiden. Viele Experten glauben aber, der Entschluss für die Übernahme folge eher einer Defensivtaktik des Sanofi-Managements als einer industriellen Logik. „Im Bereich Forschung hat Sanofi keine Verstärkung nötig, das Unternehmen hat genügend eigene Entwicklungen in der Pipeline“, urteilt Andrew Fellows vom Bankhaus Pictet. „Aber genau diese Produktpipeline würde Sanofi zu einem interessanten Übernahmeziel machen, wenn im Dezember der Aktionärspakt zwischen den Sanofi-Eignern Total und L’Oréal ausläuft.“ Daher suche Sanofi nun sein Heil in der Übernahme, um nicht selbst geschluckt zu werden.

Dass der auslaufende Aktionärspakt eine Rolle für den Übernahmeversuch gespielt hat, bestreitet Sanofi-Chef Dehecq nicht: „Ich würde nicht meinen Job machen, wenn ich den auslaufenden Pakt nicht antizipieren würde. Wir dürfen also keine Zeit verlieren“, sagte er auf der Pressekonferenz.

Analysten stimmen Dehecqs Analyse zu, dass sich Sanofi durch den Zukauf von Aventis entscheidend in den USA und in Japan im Vertrieb stärken würde. Von bisher 2 000 Pharma-Referenten könnte Sanofi seine Vertriebstruppen in den Vereinigten Staaten auf einen Schlag auf mehr als 6 000 Mitarbeiter aufstocken. Zudem gilt der US-Vertrieb von Aventis derzeit nicht gerade als ausgelastet. Offen ist allerdings, wie sich eine Fusion auf die erfolgreiche Vertriebspartnerschaft von Sanofi mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myer Squibb auswirken würde.

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