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10.04.2012

09:40 Uhr

Kräftiges Plus

Der deutsche Exportmotor läuft auf Hochtouren

Die deutschen Außenhändler melden positive Zahlen: Die Exporte legten im Februar kräftig zu. Vor allem außerhalb Europas sind Güter aus Deutschland heiß begehrt. Und es gibt auch gute Nachrichten für die Euro-Zone.

Anton Börner

"Wir wollen nicht wieder Exportweltmeister sein"

Anton Börner: "Wir wollen nicht wieder Exportweltmeister sein"

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BerlinDie deutschen Exporte haben trotz Schuldenkrise im Februar überraschend zugelegt. Sie kletterten um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Im Januar hatten die Ausfuhren auf Monatssicht um 3,4 Prozent zugelegt.

Die Unternehmen verkauften im Februar Waren im Wert von 91,3 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 8,6 Prozent mehr als im Februar 2011. Dafür sorgte die starke Nachfrage aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören. Die Exporte in diese Region stiegen um 13,4 Prozent und legten damit rund viermal so stark wie die in die Euro-Länder zu.

Zahlen zum deutschen Außenhandel

Exporte insgesamt

1,06 Billionen Euro (+11,4 Prozent)

Exporte in EU-Länder

627 Milliarden Euro (+9,9 Prozent)

Exporte in Drittländer

433 Milliarden Euro (+13,6 Prozent)

Importe insgesamt

902,0 Milliarden Euro (+13,2 Prozent)

Importe aus EU-Ländern

572,6 Milliarden Euro (+13,8 Prozent)

Importe aus Drittländern

329,4 Milliarden Euro (+12,0 Prozent)

Außenhandelsbilanz

Überschuss von 158,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 154,9 Mrd Euro)

Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank sagte in einer ersten Reaktion: „Das sind sehr positive Zahlen. Denn im Februar hatten wir einen recht harten Winter. Das dürfte die Importe hochgetrieben haben, allein bei der Energie. Wenn in solchen Monaten dennoch auch die Exporte steigen, ist das für Deutschland ein guter Wert.“ Der Trend einer ausbalancierten deutschen Wirtschaft gegenüber der Euro-Zone setze sich fort, sagte Schulz. Daraus könne man folgern, dass die deutsche Wirtschaft zwar innerhalb der Euro-Zone an Wettbewerbsfähigkeit verliere, nicht aber auf den Weltmärkten. „Das ist die optimale Situation, weil sich die Euro-Zonen-Länder aus ihren heimischen Problemen herausarbeiten können und Deutschland gleichzeitig weltweit an Marktanteilen gewinnt“, sagte Schulz.

Auch Carsten Brzeski von der ING Bank zog ein positives Fazit: „Auf die deutschen Exportzahlen ist Verlass: Sie haben gegen den allgemeinen Trend in der Wirtschaft im Februar den zweiten Monat in Folge zugelegt.“ Die Industriedaten der vorigen Woche zeigten, dass die deutsche Wirtschaft mit einer technischen Rezession flirte, fügte Brzeski hinzu. „Doch ein von mildem Wetter getriebener Aufschwung am Bau, die durchwachsenen Industriedaten und die Handelszahlen von heute haben das Potenzial, die Wirtschaft aus der Rezessionsgefahrenzone zu hieven.“

Von

rtr

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