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29.08.2012

11:55 Uhr

Kraftwerksbau gestoppt

Eon erleidet Rückschlag bei Expansionsplänen

Ein Gericht in Chile kippt die ehrgeizigen Ausbaupläne von Eon. Der Energie-Riese und sein Partner dürfen ein Kohlekraftwerk vorerst nicht weiterbauen. Die milliardenschwere Investition liegt auf Eis.

Kohlekraftwerk von Eon: Der Konzern wird bei seinen Ausbauplänen in Chile ausgebremst. Reuters

Kohlekraftwerk von Eon: Der Konzern wird bei seinen Ausbauplänen in Chile ausgebremst.

SantiagoEon-Chef Johannes Teyssen muss bei seinem Vorstoß in den neuen Märkten Südamerikas einen Rückschlag hinnehmen. Der größte deutsche Versorger kündigte am Mittwoch an, seine Strategie in Chile auf den Prüfstand zu stellen, nachdem das Oberste Gericht des Landes den Bau eines milliardenschweren Kohlekraftwerks vorerst gestoppt hat.

"Wir prüfen das Urteil und leiten daraus nächste Schritte ab", sagte eine Sprecherin. Eon und sein brasilianischer Partner MPX müssen nach dem Urteil vom Dienstag eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau der Anlage und eines Hafens vorlegen. Gegen die Pläne in Castilla nahe der Stadt Totoral hatten Anwohner geklagt, denen die Umweltbelastung ein Dorn im Auge ist.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Das Gericht erklärte, das Projekt könne das von der Verfassung garantierte Recht auf ein Leben in einer Welt ohne Umweltverschmutzung verletzten. Die Konzerne hätten unzureichende Angaben über die beiden Anlagen gemacht. Umweltschutzgruppen haben gegen eine Reihe von Großprojekten in Chile Front gemacht. Der Fall in Castilla gilt als Lackmus-Test für den Erfolg weiterer Proteste.

Die Kosten für den Bau in Castilla sind auf umgerechnet rund vier Milliarden Euro geschätzt worden. Eon versuchte, den Rückschlag als fast normalen Vorgang darzustellen. "Dass Großprojekte dieser Art auf juristischen Widerstand stoßen, ist kein außergewöhnlicher Vorgang", sagte die Sprecherin. Chile bleibe ein interessanter Markt für den Konzern. Die Entscheidung habe auch keine Auswirkungen auf die Arbeit des Joint Ventures von Eon und MPX. Alle anderen Projekte würden wie geplant weiterentwickelt.

Die Pläne für den Bau der sechs Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 2100 Megawatt stammen aus der Feder des brasilianischen Konzerns, der dem deutschstämmigen Milliardär Eike Batista gehört. Eon und MPX hatten im Frühjahr die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen angekündigt, aus dem das größte private Energieunternehmen Brasiliens entstehen soll. Das Joint Venture hat Kraftwerksprojekte mit einer Leistung von 11.000 Megawatt in der Pipeline, darunter das Projekt in Castilla.

Eon will in neue Märkte mit großen Energiehunger vorstoßen, da die Margen im europäischen Strom- und Gasgeschäft sinken. Vorstandschef Teyssen plant auch einen Einstieg in der Türkei, während er den ebenfalls ins Visier genommenen Markt in Indien erst mal wieder zu den Akten gelegt hat.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.10.2012, 15:10 Uhr

Zitat:
..Die Situation sei nicht mit dem Kohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Datteln vergleichbar...

Ist denn sicher, dass Greenpeace ihren Bauern ( Datteln-Schlagwort: Bauer schlägt E.on!) nicht nach Chile exportiert hat?

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