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12.07.2013

07:55 Uhr

Kraus-Maffei-Wegmann

Milliardenschwerer Panzerdeal droht zu scheitern

ExklusivNach Protesten in Deutschland denkt Saudi-Arabien darüber nach, den Auftrag für den Kauf von 270 Leopard-Kampfpanzern von Kraus-Maffei-Wegmann nicht zu erteilen. Der Milliardenauftrag könnte an die US-Konkurrenz gehen.

In die Wüste geschickt: Der Kampfpanzer Leopard 2 von Krauss-Maffei Wegmann sollte eigentlich an Saudi-Arabien verkauft werden. dpa

In die Wüste geschickt: Der Kampfpanzer Leopard 2 von Krauss-Maffei Wegmann sollte eigentlich an Saudi-Arabien verkauft werden.

DüsseldorfDie Lieferung von 270 Leopard-Kampfpanzern im Wert von mindestens fünf Milliarden Euro des größten deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) an Saudi Arabien ist so gut wie geplatzt - die potenziellen Auftraggeber haben einen neuen Partner gefunden. Das bestätigten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen dem Handelsblatt (Freitagausgabe). KMW selbst wollte sich nicht äußern

Zunächst hatten die Saudis Branchenkreisen zufolge zwar KMW bevorzugt. Nun aber verhandeln die Araber intensiv mit dem US-Konzern General Dynamics, ein Abschluss scheint in Sicht. Statt der deutschen Leoparden werden dann amerikanische M1-Panzer an die größte Golf-Monarchie geliefert.

Die Opposition, die Kirchen und selbst Teile der KMW-Eigner hatten sich vehement gegen den Milliardendeal mit dem autoritären Regime ausgesprochen. Deshalb wollte der zuständige Bundessicherheitsrat die Genehmigung des umstrittenen Geschäfts auf die Zeit nach der Bundestagswahl im September verschieben, heißt es in Rüstungskreisen. Die Voranfrage von KMW, den Deal zu genehmigen, liegt in Berlin seit mehr als zwei Jahren auf dem Tisch. Offenkundig haben die Saudis inzwischen die Geduld verloren.

Darüber hinaus erschien den Scheichs fraglich, ob der deutsche Mittelständler KMW überhaupt in der Lage wäre, den Großauftrag abzuwickeln. Denn nach Ablieferung der Panzer stünden umfangreiche Serviceaufgaben an: die Ausbildung der Besatzungen, der Aufbau von Ersatzteil-Lagern, der Einsatz von Mechanikern für die Reparatur. Eine solche Infrastruktur aber müssten die Deutschen erst noch aufbauen, die US-Konkurrenz dagegen ist bereits vor Ort präsent. KMW erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 936 Millionen Euro, General Dynamics ist mit umgerechnet 24,5 Milliarden Euro um ein Vielfaches größer.

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Kommentare (58)

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hpmalter

12.07.2013, 08:07 Uhr

Sind die Saudis keine erwachsenen u verantwortlichen Menschen, daß es der Aufsicht deutscher Moralisten bedarf? Die Anmaßung der Scheinheiligen, die fast ausnahmslos Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes sind, muß letztlich von den Benachteiligten v.a. in der Privatwirtschaft bezahlt werden!

Zahlmeister

12.07.2013, 08:11 Uhr

Nach Herrn Obama und der EU wäre General Dynamics der nächste logische Friedensnobelpreisträger.

Joker1

12.07.2013, 08:12 Uhr

Wen wundert das.
Deutschland ist nicht alleine auf der Welt.
In der immer massiver werdenden Finanz- und Wirtschafts-
krise ist jeder Industriezweig froh, wenn die Kapazitäten
einigermaßen ausgelastet werden können.
Die roten "Moralisten" und die grünen(...) wollen
mit aller Macht zurück zur Landwirtschaft und zum Künstler-tum. Sie sehnen sich nach 10% Arbeitslosenquote und den
dann wieder aufflammenden Unruhen. Man kann sich dann
problemlos in die Elendsschlange Europas einreihen.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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