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18.08.2014

15:21 Uhr

Kraus-Maffei Wegmann

Panzerbauer hofft auf Geschäft wegen Ukraine-Krise

Russlands Nachbarn erhöhen ihre Militärbudgets – davon will Kraus-Maffei Wegmann etwas abbekommen. Der Panzerbauer hofft auf gute Geschäfte in Osteuropa. Die Kunden sollen auch von einer geplanten Fusion profitieren.

Leopard 2 bei einer Bundeswehr-Übung: „Wir bekommen jetzt mehr Besuch von dort.“ dpa

Leopard 2 bei einer Bundeswehr-Übung: „Wir bekommen jetzt mehr Besuch von dort.“

MünchenDie Ukraine-Krise veranlasst die Regierungen Europas, die schleichende Ausmusterung der Kampfpanzer zu überdenken – eines Waffensystems, das zur Zeit des Kalten Krieges in der Konfrontation zwischen Ost und West eine wichtige Rolle spielte.

Wladimir Putins Annexion der Krim und die Konzentration russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine versetze die Nachbarländer ins Grübeln, sagte Frank Haun, Chef des Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW). In Ländern wie Finnland und Polen denke man darüber nach, zum ersten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder mehr Panzer anzuschaffen. „Sie beginnen aus Sorge um Russland, mehr zu investieren“, sagte Haun. „Wir stehen in engerer Verbindung zu diesen Ländern und bekommen jetzt mehr Besuch von dort.“

Die Nachfrage nach Ungetümen wie dem Leopard 2 von KMW hatte in den vergangenen Jahren in Europa nachgelassen, da sich die Beziehungen zu Russland verbesserten. Von dem Panzer aus der Zeit des Kalten Kriegs wurden 3200 Exemplare an die Streitkräfte von 16 Ländern verkauft, doch seit fünf Jahren ist kein neues Modell mehr gefertigt worden.

Das ist der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann

Produkte

Krauss-Maffei Wegmann (KMW) fertigt einige der bekanntesten deutschen Rüstungsgüter, darunter den Kampfpanzer Leopard oder die Panzerhaubitze 2000.

Eigentümer

Nach einer wechselvollen Geschichte gehört das 1999 zusammengeschlossene Unternehmen heute unter anderem der Unternehmerfamilie Bode.

Geschäftszahlen

Da das Unternehmen nicht an der Börse notiert ist, sind viele Zahlen nicht öffentlich bekannt. Aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz für 2012 der Dachgesellschaft Wegmann Unternehmens-Holding GmbH & Co. KG geht hervor, dass der Konzern einen Umsatz von rund 964 Millionen Euro machte. Darin sind aber auch die Erlöse der Unternehmen Schleifring und Wegmann Automotive enthalten.

Mitarbeiter

KMW selbst hat nach eigenen Angaben rund 3200 Mitarbeiter weltweit, Hauptsitz ist München.

Jetzt lassen jedoch die zunehmenden Spannungen in Osteuropa die Verteidigungsbudgets in der Region wachsen. Polen, Finnland, Norwegen, Estland, Lettland und Litauen - allesamt direkte Nachbarn Russlands - sehen nach Daten des Friedensforschungsinstituts Sipri in Stockholm mehr Geld für die Verteidigung vor.

Die europäischen Herstellern von Panzerfahrzeugen stecken gerade in der größten Umwälzung seit Jahrzehnten. Mit dem bevorstehenden Zusammenschluss von KMW und der französischen Nexter entstehe ein neuer regionaler „Champion“, der die Zusammenarbeit verbündeter Streitkräfte erleichtern werde, betonte Haun. Darüber hinaus werde er dazu beitragen, Kosten zu senken.

Kommentare (3)

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Sergio Puntila

18.08.2014, 16:27 Uhr

Krauss Meffei Wegmann:
Ehrlich, das interessiert mich nicht besonders von welcher Firma ich umgebracht werden soll.
Krauss Maffei Wegmann: das sind Friedensstifter - allein schon wegen der ganzen Arbeitsplätze.

"Das muss man man ja mal realistrisch sehen".

Joa.

Sergio Puntila

18.08.2014, 16:36 Uhr

Panzerbauer: die retten die Nation: also kriegswichtig.

Und diese Wichtel gehen auf Weltpolitik.

Fein.

Herr Helmut Metz

18.08.2014, 20:27 Uhr

"Jeder zwölfte Mensch auf der Welt besitzt eine Waffe. Die Frage ist nur: Wie bewaffnet man die anderen elf?" (Waffenhändler Yuri Orlov in "Lord of War")
Top 5 der größten Waffenlieferanten der Welt:
1. USA, 2. Russland, 3. BRD (!!), 4. Frankreich, 5. UK
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCstungsindustrie
Die Staaten der "westlichen Wertegemeinschaft" führen damit 4:1. Ach ja: wer rüstete z.B. noch einmal die ISIS-Kämpfer auf, um den pösen, pösen Assad zu stürzen. ?

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