Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.12.2011

20:40 Uhr

Kreditklemme

Petroplus legt drei Raffinerien still

Europas größtem unabhängigen Ölverarbeiter geht das Geld für neues Rohöl aus. Deshalb muss das Unternehmen vorerst drei Raffinerien schließen. Über die dringend benötigten Kredite wird weiter verhandelt.

Petroplus muss vorerst drei Raffinerien schließen. AFP

Petroplus muss vorerst drei Raffinerien schließen.

ZürichPetroplus geht das Geld aus: In den kommenden Tagen legt Europas größter unabhängiger Ölverarbeiter drei seiner fünf Raffinerien vorerst still. Gleichzeitig werde Petroplus die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken fortsetzen, um dringend benötigte Kredite zu erhalten. Die Gespräche in Zürich am Donnerstag seien „offen und konstruktiv“ verlaufen, teilte der Konzern am Freitag mit.

Die Banken hatten am Tag nach Weihnachten eine Kreditlinie von rund einer Milliarde Dollar gesperrt, die Petroplus braucht, um den Rohölnachschub für seine Raffinerien zu finanzieren. Die Anlagen in Petit Couronne in der Normandie, in Cressier in der Schweiz und im belgischen Antwerpen werden nun heruntergefahren. Wann die stillgelegten Raffinerien wieder in Betrieb gehen können, hänge von der Verfügbarkeit von Krediten und der allgemeinen Wirtschaftslage in Europa ab, erklärte der Konzern aus dem Schweizer Steuerspar-Kanton Zug. Auf die drei Standorte entfällt etwa die Hälfte der gesamten Verarbeitungskapazität des Unternehmens von 667.000 Fass (159 Liter) Rohöl pro Tag.

Als erstes dürften Petit Couronne mit seinen 550 Arbeitsplätzen und Antwerpen von der Stilllegung betroffen sein. „Es kommt kein Rohöl mehr an“, sagte eine Sprecherin von Petroplus France am Freitag. Am Montag werde die Anlage heruntergefahren. Der Raffinerie in Antwerpen könnte nach Gewerkschaftsangaben bereits am Sonntag die Abschaltung drohen. Im schweizerischen Cressier, dem gemessen an der Kapazität kleinsten Standort, arbeiten 250 Menschen. Neben den von den Stillegungen betroffenen Anlagen betreibt Petroplus Raffinerien im bayerischen Ingolstadt und im britischen Coryton.

Ölhänder hatten sich angesichts der Finanzierungsprobleme von Petroplus geweigert, Lieferverträge mit dem Konzern abzuschließen. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's setzten Fragezeichen hinter die Zahlungsfähigkeit des Ölverarbeiters und senkten die Bonitätseinstufung. Unklar blieb bislang, was den drastischen Schritt der Banken ausgelöst hatte, nachdem die Geldhäuser noch vor zwei Monaten eine Verletzung von Kreditauflagen durch den hoch verschuldeten Konzern hingenommen hatten. Zu dem Petroplus-Konsortium gehören gut ein Dutzend Banken. Dazu gehören neben drei französischen Großbanken auch Deutsche Bank, Morgan Stanley und Credit Suisse.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.12.2011, 22:50 Uhr

ENDLICH!!!!!!!!!!!

Die herbeigeredete Kreditklemme ist da.

Account gelöscht!

31.12.2011, 09:14 Uhr

Das sind d i e Meldungen, die uns aufhorchen lassen! Mehr Hinweise, dass wir aufs Ende zurasen, brauchts nicht. Wer immernoch glaubt, was die Medien versuchen uns einzutrichtern, nämlich dass alles gut ist, ist vollkommen korrumpiert und verblödet. Man kanns gar nicht oft genug wiederholen, wie übel die Aussichten in die Zukunft sind. In die u n m i t t e l b a r e Zukunft!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×