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05.06.2012

20:35 Uhr

Kreisen zufolge

Eon kommt bei Verkauf seiner Abfallsparte nicht voran

Die Gebote der Interessenten sind offenbar immer noch nicht zufriedenstellend. Der Energiekonzern Eon verlängerte nun einmal mehr die Abgabefrist für verbindliche Angebote. Der Verkauf verzögert sich damit weiter.

Das Hauptquartier des Energiekonzerns Eon in Düsseldorf. Reuters

Das Hauptquartier des Energiekonzerns Eon in Düsseldorf.

FrankfurtDer Energiekonzern E.ON kommt Insidern zufolge beim Verkauf seiner Müllverbrennungsanlagen kaum voran. Die Frist für die Abgabe verbindlicher Gebote für die E.ON-Tochter Energy from Waste sei einmal mehr verlängert worden, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag zu Reuters. Einer der Insider sagte, die neue Frist ende um den 25. Juni herum. E.ON-Chef Johannes Teyssen will mit dem Verkauf die klamme Kasse des nach der Atomwende unter Druck stehenden Konzerns füllen.

Zwei der Personen sagten, die Entsorgungsfirma Remondis wolle gemeinsam mit dem Mannheimer Versorger MVV eine Offerte abgeben. Sembcorp aus Singapur hat erklärt, es schaue sich die E.ON-Sparte an. E.ON und MVV lehnten eine Stellungnahme ab, Remondis war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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Ursprünglich sollte die Frist für die Abgabe verbindlicher Angebote Insidern zufolge bereits am 25. Mai enden, dann wurde sie zunächst bis zum 8. Juni verlängert.

Vergangenen Monat hatten mit der Angelegenheit vertraute Personen gesagt, dass die Gebote wahrscheinlich nicht über die Summe von 800 Millionen bis eine Milliarde Euro hinaus gehen würden. Seinerzeit hieß es, vier Bieter seien im Rennen, wobei Morgan Stanley Infrastructure und der schwedische Finanzinvestor EQT Favoriten seien.

E.ON Energy from Waste betreibt europaweit 18 Müllverbrennungsanlagen mit einer Jahreskapazität von vier Millionen Tonnen. Die Anlagen produzieren damit Strom und Wärme. 2011 setzte E.ON mit dem Geschäft 544 Millionen Euro um.

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Das Abfallgeschäft in Deutschland ist seit den 90er Jahren deutlich schwieriger geworden. Durch das verstärkte Recycling schrumpft die Müllmenge, zugleich wurden neue Anlagen gebaut. Die Folge sind Überkapazitäten. Höhere Preise können die Betreiber nur schwer durchsetzen. An vielen Anlagen sind Kommunen beteiligt, die ihren Bürgern nicht zuviel Gebühren zumuten wollen. Zur Stromerzeugung trägt die Abfallverbrennung mit weniger als ein Prozent bei.

E.ON-Chef Teyssen hat bereits eine Reihe von Geschäften abgestoßen und will auf diese Weise bis Ende 2013 insgesamt rund 15 Milliarden Euro einnehmen. Mehr als zwölf Milliarden Euro hat er bereits zusammen.

E.ON hat Barclays und die Royal Bank of Scotland für die Begleitung des Verkaufsprozesses engagiert.

Von

rtr

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