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21.03.2014

12:06 Uhr

Krim-Krise

Salzgitter bleibt bei Pipeline-Auftrag gelassen

Die deutsche Wirtschaft bangt im Fall harter Wirtschaftssanktionen gegen Russland um wichtige Geschäfte. Der Stahlkonzern Salzgitter sieht einen großen Pipeline-Auftrag aber weiterhin im Plan.

Der Stahlkonzern Salzgitter steckt wegen der schwierigen Lage der Stahlindustrie in Europa in den roten Zahlen. dpa

Der Stahlkonzern Salzgitter steckt wegen der schwierigen Lage der Stahlindustrie in Europa in den roten Zahlen.

SalzgitterDeutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter macht sich trotz der Krim-Krise bislang keine Sorgen um einen wichtigen Auftrag für eine Gas-Pipeline durch das Schwarze Meer. Die Produktion der Röhren für das Projekt South Stream werde wie geplant im April beginnen, sagte ein Konzernsprecher am Freitag. Erste Vormaterialien seien bereits hergestellt. Er verwies auf die bestehenden Verträge: „Mir liegen keine Informationen vor, dass das Projekt infrage steht.“

Der Chef des italienischen Gaskonzerns Eni, Paolo Scaroni, hatte sich am Donnerstag bei einer parlamentarischen Anhörung in Rom besorgter geäußert. Der Konflikt mit Russland stelle behördliche Genehmigungen infrage. Durch die South-Stream-Pipeline soll künftig russisches Gas nach Europa fließen. An dem Projekt sind neben Eni der russische Gaskonzern Gazprom, der französische Versorger EdF und die BASF-Tochter Wintershall beteiligt.

Einen Großteil der Rohre liefert das Gemeinschaftsunternehmen Europipe von Salzgitter und dem saarländischen Stahlunternehmen Dillinger Hütte. Europipe hatte lange auf den Auftrag gewartet und Ende Januar den Zuschlag zur Lieferung von 450 000 Tonnen Stahlrohren bekommen. Die Bestellung beendet die Kurzarbeit am Produktionsort in Mülheim/Ruhr und sichert die Auslastung des Werkes für ein Jahr. Europipe hatte bereits einen Großteil der Rohre für die Pipeline Nord Stream, die durch die Ostsee führt, gebaut.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die Röhrensparte von Salzgitter schrieb wegen mangelnder Aufträge zuletzt rote Zahlen. South Stream gilt nun als wichtiger Mutmacher, auch wenn dies nach Ansicht von Analysten nicht reicht, um wieder schwarze Zahlen in dem Bereich zu erwirtschaften. Der Konzern steckt auch insgesamt wegen der schwierigen Lage der Stahlindustrie in Europa in den roten Zahlen. Mit einem harten Sparprogramm, dem 1500 der 25 000 Stellen zum Opfer fallen, steuert das Management gegen.

Von

dpa

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