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24.04.2013

17:04 Uhr

Krise beim Branchenprimus

Volkswagen meldet Gewinneinbruch

Während unter Europas Herstellern die Krise regiert, glänzte Volkswagen lange mit Rekordgewinnen. Das ist vorbei. Mit dem Absatz ist auch der Gewinn der Wolfsburger eingebrochen - um satte 26 Prozent.

Unter die Räder gekommen: Die Krise holt VW ein. dpa

Unter die Räder gekommen: Die Krise holt VW ein.

WolfsburgIrgendwie wollte bei VW-Chef Martin Winterkorn keine Jubelstimmung aufkommen als er zum Jahresbeginn einen neuen Rekordgewinn bei Deutschlands größtem Autobauer verkündete. Zu schwierig sei der Ausblick auf das kommende Jahr. Der VW-Chef hat recht behalten. Mittlerweile hat die Absatzkrise auch den Branchenprimus im Griff. In den ersten Monaten ist der Gewinn der Wolfsburger drastisch eingebrochen.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei Europas größtem Autobauer schrumpfte in den ersten drei Monaten 2013 um 26 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Nach Steuern verzeichnete VW ein Ergebnis von 1,95 Milliarden Euro, teilte Unternehmen am Mittwoch mit. Das sind 38,2 Prozent weniger als im Anfangsquartal des Vorjahres. Der Umsatz schrumpfte leicht um 1,6 Prozent auf 46,57 Milliarden Euro.

Auch Volkswagen könne sich dem "intensiven Wettbewerb und den daraus resultierenden Belastungen nicht vollständig entziehen", erklärte das Unternehmen. Dennoch gehe der Konzern davon aus, sich in einem "herausfordernden Umfeld besser als der Gesamtmarkt entwickeln" zu können als der Gesamtmarkt.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Besonders besorgniserregend: Nach Absatzzahlen des europäischen Branchenverbandes Acea sind die Absatzzahlen der Kernmarke in Europa in den ersten drei Monaten um satte 12,2 Prozent gesunken. Auch die Zahl der weltweiten Auslieferungen schrumpfte im März um 0,8 Prozent auf 532.400 Fahrzeuge, obwohl die Marke in China und den USA weiter zulegt. Der Rückgang im März war das erste Absatzminus der Marke VW in einem Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat seit fast dreieinhalb Jahren.

Größte ausländische Autohersteller in China

Platz 10

BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

Platz 9

Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

(Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

Platz 8

Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Platz 7

Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

Platz 6

Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

Platz 5

Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

(Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

Platz 4

Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

Platz 3

Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

Platz 2

Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

Platz 1

General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

„Wie erwartet werden die Märkte teils deutlich schwieriger“, erklärte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler. Positiv für VW. Im ersten Quartal stand insgesamt noch ein Absatzplus von 5,2 Prozent. Allerdings hat sich das Wachstum damit deutlich verlangsamt - in den ersten zwei Monaten des Jahres betrug das Plus noch 9,1 Prozent. Derzeit versucht Volkswagen auch mit Rabatten gegenzusteuern.

Kommentare (7)

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so_long

24.04.2013, 13:05 Uhr

Die Krise im Euroraum schlägt nun auch bei uns
voll durch, auch bei den Exportweltmeistern und Flagschiffen und erfaßt nach und nach alle....

Retten werden wir natürlich die anderen weiter, wenn wir auch selbst dabei untergehen.

Soll uns die Regierung nun mal deutlich machen, wie das so weitergehen soll...


"Der Euro hat sein wahres Gesicht gezeigt, und jemand mit einer rationalen Sichtweise erkennt, dass die Währungsunion ein historischer Fehler ist, welcher zu fatalen Konsequenzen für Europa und die Wettbewerbsfähigkeit des ganzen Kontinents gegenüber dem Rest der Welt führen kann."
sagt Christensen, der CEO der Saxobank.

Siebert

24.04.2013, 14:17 Uhr

Von immer weniger netto können auch deutsche Arbeitnehmer geschweige Rentner sich noch ein neues Auto leisten. Das Geld ist vorher weg: Kommunalabgaben, Verteuerung der wichtigsten Lebensmittel, steigende zusätzliche Gesundheitskosten, explodierende Betrugs-Strompreise, immer stärker steigende Steuerprogression, private Vorsorgen etc. Dann kommt das neue Auto nicht mehr infrage. Scheinbar hilft nur noch die Abwahl der Altparteien, die keine bürgernahe Lösungen mehr anbietet. Die AfD ist allemal aufgrund des guten Programms eine Alternative bie der Bundestagswahl und vor allem bei der Europawahl 2014. Mit dem alten Murks geht es nicht weiter.

Aragon

24.04.2013, 14:30 Uhr

Der Euro vernichtet immer mehr Vermögen: Sparrücklagen, private Renten, Lebensversicherungen. Darum kann man ihn nicht mehr wollen. Dieser dauerkranke Euro, der seit über 5 Jahren auf der Intensivstation liegt, wird zugrunde gehen. Er ist das Grundübel für alle ungleichen Euro-Länder. Abstimmen durften die deutschen Bürger nie. Nun dürfen sie es über die neue "Alternative für Deutschland" AfD. Hoffentlich machen viele Millionen maßlos enttäuschte Westrentner und Arbeitnehmer davon Gebrauch, bei der Bundestagswahl und 2014 bei der Europawahl. Der Euro- und unproduktive, bevormundende EU-Murks müssen weg. Privatisierung der Wasserwirtschaft, Vorschriften für Saatgut, Kanalprüfungen und viel anderen Irrsinn braucht kein Mensch. Die Gesetzeskompetenz muss zurück in die Bürgernähe, in die Länder vor Ort. Das Kunstgebilde Brüssel wird da nicht gebraucht.

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