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23.01.2009

11:14 Uhr

Krise der Stahlbranche

Thyssen-Krupp erwartet Gewinneinbruch

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp reagiert auf den Umsatzeinbruch und kündigt radikale Sparmaßnahmen ein. Das Unternehmen will unter anderem die Kurzarbeit ausweiten und den Bau eines Stahlwerks in den USA verschieben. Für die Mitarbeiter könnte es ungemütlich werden.

Ein Stahlarbeiter im Thyssen-Krupp-Werk in Bochum. Foto: dpa. dpa

Ein Stahlarbeiter im Thyssen-Krupp-Werk in Bochum. Foto: dpa.

HB BOCHUM. Thyssen-Krupp hat auf die weltweite Krise der Stahlbranche reagiert und Einschnitte angekündigt. Der Chef des Duisburger Edelstahlkonzerns, Ekkehard Schulz, hat eine Ausweitung der Kurzarbeit auf den Edelstahlbereich bekannt gegeben. Zuvor hatte der Konzern schon Kurzarbeit bis Ende September angekündigt. Außerdem schließt Schulz weitere "signifikante Einschnitte" für die Mitarbeiter nicht aus. Außerdem verschiebt ThyssenKrupp wegen der aktuellen Nachfrageflaute den Bau des neuen Edelstahlwerks in den USA um etwa ein Jahr. "Diese zeitlichen Anpassungen sichern kurzfristig Liquidität; mittel- und langfristig bleibt das Ergebnis- und Umsatzpotenzial für den Konzern erhalten", sagte Schulz auf der Hauptversammlung in Bochum. Der erste Bereich dieses Werks sollte ursprünglich Ende des Jahres in Betrieb gehen. Ein Sprecher sagte, beide Aggregate verschieben sich um etwa ein Jahr. Am Umfang des Projekts würden allerdings keine Abstriche gemacht. Ein Sprecher sagte, auch das Volumen werde unverändert beibehalten. Mit den Anlagenbauern werde ThyssenKrupp wegen des neuen Zeitplans nun für Neuverhandlungen ins Gespräch gehen.

Damit reagiert der Konzern auf die eingebrochene Nachfrage auf den globalen Stahlmärkten. Thyssen-Krupp erwartet für das angelaufene Geschäftsjahr einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang.

Schulz stimmte die Aktionäre wegen des weltweiten Einbruchs der Stahlnachfrage auf schwierige Zeiten ein. "An vielen Stellen im Konzern spüren wir Unsicherheiten und Auftragsrückgänge", sagte er. "Wir werden in diesem Geschäftsjahr, soviel ist sicher, einen deutlichen konjunkturbedingten Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen müssen", fügte er hinzu. Die gegenwärtige Rezession werde deutlich schärfer ausfallen und länger anhalten als noch vor wenigen Monaten erwartet.

Schulz bekräftigte, dass der größte deutsche Stahlkonzern auf längere Sicht einen Jahresumsatz von 60 bis 65 Milliarden Euro anpeile. Einen genauen Zeitpunkt nannte er jedoch nicht. Schulz hatte Ende November erklärt, nicht damit zu rechnen, dieses Ziel im Geschäftsjahr 2012/13 erreichen zu können. Zuvor hatte er das Geschäftsjahr 2011/12 angepeilt. Im vergangenen Geschäftsjahr 2007/08 hatte ThyssenKrupp bei einem Umsatz von 53,4 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis vor Sondereffekten von 3,5 Milliarden Euro erzielt.

Der Bau des Stahlwerks in Alabama, USA werde planmäßig fortgesetzt, betonte Schulz. Produktionsstart seit weiterhin im Frühjahr 2010. Auch das Stahlwerk in Brasilien soll unverändert Ende dieses Jahres in Betrieb gehen.

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