Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2013

14:19 Uhr

Krise in Europa

Der Abwärtstrend erfasst Porsche

Lange ließen Porsche die Sorgen der anderen Autohersteller kalt – nun erwischt die Absatzkrise in Europa auch den Sportwagenbauer. Die Prognose der Stuttgarter bleibt zurückhaltend.

Vorsicht bei Porsche: Die Prognose des Sportwagenherstellers ist angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten in Europa zurückhaltend. dpa

Vorsicht bei Porsche: Die Prognose des Sportwagenherstellers ist angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten in Europa zurückhaltend.

StuttgartSelbst der erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer Porsche kann sich der Absatzkrise in Europa nicht länger entziehen: In den ersten drei Monaten gingen die Auslieferungen in Europa außerhalb Deutschlands spürbar um sieben Prozent auf 6700 Fahrzeuge zurück, wie die VW-Tochter am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Insgesamt lieferte Porsche zum Jahresstart mit 37.000 Autos aber noch rund ein Fünftel mehr aus als im Vorjahreszeitraum. Auf dem Heimatmarkt lief es deutlich besser: Dort kamen die Stuttgarter mit 4800 Auslieferungen sogar auf ein Plus von 23 Prozent.

Nach einem Rekordjahr 2012 hatte der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller bereits bei der Bilanzvorlage Mitte März vorsichtigere Töne angeschlagen und für 2013 nur noch ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt – als Gründe nannte er neben hohen Investitionen auch die wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Bei dieser Prognose bleibt der Sportwagenbauer auch weiterhin.

„Im laufenden Jahr fallen durch den Ausbau des Werks Leipzig, die Entwicklung des Sportgeländewagens Macan und des Supersportwagens 918 Spyder hohe Aufwendungen an, denen noch keine entsprechenden Fahrzeugumsätze entgegenstehen“, erklärte Finanzvorstand Lutz Meschke. „Diese werden erst ab dem kommenden Jahr mit dem Verkauf der neuen Modelle realisiert.“

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Im vergangenen Jahr hatte Porsche sich von der Entwicklung auf dem weltweiten Automarkt noch abkoppeln können. In Europa, wo der Pkw-Markt um 8,2 Prozent geschrumpft war, legte Porsche damals acht Prozent zu.

Porsche gehört seit August 2012 komplett zum Volkswagen-Konzern. Auch die VW-Volumenmarke hat mit der Absatzkrise in Europa zu kämpfen, wobei sich Porsche für VW als wahre Renditeperle erweist: Mit einem operativen Ergebnis von 573 Millionen Euro im ersten Quartal warfen die rund 36 000 abgesetzten Porsche-Fahrzeuge fast genauso viel ab wie die rund 1,15 Millionen Autos der Kernmarke VW-Pkw, die auf ein Ergebnis von 590 Millionen Euro kam.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×