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06.09.2012

15:50 Uhr

Kriselnder Autobauer

Opel expandiert nach Australien und Chile

Künftig können auch Australier und Chilenen Opel-Autos kaufen. Besonders australische Händler hatten in den Vertrieb der Marke investiert. Weiter ausbauen will der Autohersteller sein Engagement unter anderem in China.

Fertig montierte Fahrzeuge des Modells Insignia im Opel-Werk in Rüsselsheim: Die Marke soll künftig auch in Australien und Chile verkauft werden. dpa

Fertig montierte Fahrzeuge des Modells Insignia im Opel-Werk in Rüsselsheim: Die Marke soll künftig auch in Australien und Chile verkauft werden.

RüsselsheimDie Automarke Opel gibt es nun auch in Australien und Chile. Der Verkauf in beiden Ländern sei angelaufen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In Australien würden zu Beginn der Kleinwagen Corsa, das Kompaktmodell Astra und der Mittelklassewagen Insignia verkauft. Damit bediene Opel die drei Segmente, die zusammen 80 Prozent des dortigen Pkw-Marktes abdeckten. In Chile bietet Opel zusätzlich den Kompaktwagen Meriva an.

In beiden Ländern ist laut Opel der Anteil deutscher Marken am Automarkt in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Umfangreiche Investitionen australischer Händler in den Vertrieb der Opel-Autos wertete das Unternehmen als „Vertrauensbeweis“. Den Angaben zufolge gibt es auf dem Kontinent insgesamt 17 Händlerstützpunkte für Opel.

Weiter ausbauen will das Unternehmen demnach seine Engagements in China, Nordafrika, Russland, dem Mittleren Osten und der Türkei. Seit dem letzten Jahr gibt es Opel in Israel. In Europa wird Opels Geschäft durch die Krise der Eurozone massiv belastet, weil vor allem die Nachfrage in südlichen Ländern stark zurückgegangen ist.

Im zweiten Quartal von April bis Juni fuhr die Opel-Mutter GM in ihrem Europageschäft einen Verlust von 400 Millionen US-Dollar ein. Das Europageschäft besteht im Wesentlichen aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall.

Das jahrelange Ringen von Opel

2001

Der erfolglose Opel-Vorstandschef Robert Hendry muss das Handtuch werfen. Sein Nachfolger Carl-Peter Forster versucht, mit dem europaweit angelegten „Restrukturierungsprogramm Olympia“ die Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) wieder profitabel zu machen.

2004

GM legt im Oktober einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter vor, der den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen vorsieht - davon bis zu 10.000 in Deutschland. Die Arbeiter im Bochumer Werk legen aus Protest spontan die Arbeit nieder.

2005

Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen „Zukunftsvertrag“, der die Existenz der Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll.

2008

Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten bittet Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen.

2009

Um nicht in den Strudel der GM-Insolvenz zu geraten, arbeitet Opel an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern. Zwei Tage vor der GM-Pleite am 1. Juni einigen sich Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept. Im November beschließt GM, Opel doch zu behalten.

2010

Der als harter Sanierer bekannte Nick Reilly wird Opel-Chef. Im Zuge seines Sanierungskurses macht Opel im Oktober das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht. Von den 48.000 Stellen in Europa werden insgesamt 8000 abgebaut.

2011

Der bisherige GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke löst Reilly ab, der Chef des GM-Europageschäfts wird. Im zweiten Quartal verzeichnet Opel erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn. Im dritten Quartal rutscht der Autobauer aber zurück in die roten Zahlen.

2012

Während GM in Nordamerika einen Rekordgewinn einfährt, verbucht der Konzern in Europa einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro. Das Europageschäft besteht überwiegend aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall.

Von

afp

Kommentare (2)

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SOSiemens

06.09.2012, 16:20 Uhr

Von Opel entwickelte Fahrzeuge gibt es bereits in Australien.
Sie werden dort allerdings etwas abgewandelt unter der GM-Marke "Holden" angeboten (www.holden.com)

Lenne

06.09.2012, 22:23 Uhr

Das ist seit 2010 nicht mehr der Fall, denn jetzt verkauft Holden umgelabelte Chevrolet. (z.B. wurde der Astra durch den Cruze ersetzt). Auch unter der Orginalhompage von Holden zu sehen

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