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07.03.2006

10:00 Uhr

Krisengeschüttelter US-Autobauer

GM steht kurz vor Verkauf der Finanzsparte

Der angeschlagene Autokonzern General Motors (GM) steht offenbar kurz vor dem Verkauf seiner hochprofitablen Finanztochter an ein Konsortium um den Finanzinvestor Cerberus. Der Vorvertrag soll noch diesen Monat geschlossen werden.

hz FRANKFURT. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen will der US-Konzern noch in diesem Monat eine entsprechende Absichtserklärung unter Dach und Fach bringen. GM befindet sich seit Wochen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Bieterkonsortium über den Verkauf seiner 51-Prozent-Beteiligung an GMAC. Zu dem Konsortium gehören neben dem amerikanischen Hedge-Fonds Cerberus Capital Management auch die Private-Equity-Sparte der US-Bank Citigroup.

Der Verkauf der 51-Prozent-Beteiligung, die von Analysten mit rund 11,5 Mrd. Dollar bewertet wird, soll GMAC wieder ein Investment-Grade-Rating bescheren und damit deren Kreditkosten deutlich senken. GMACs Gewinn brach ein, nachdem von den Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von GMAC und GM im vergangenen Jahr auf den Status von Ramschanleihen herabgestuft worden war. Grund für die Herabstufung war die schlechte Entwicklung des Autogeschäfts in den USA.

Die Finanzsparte ist bisher die Ertragsperle von GM. Allein im vergangenen Jahr erzielte die Sparte einen Reingewinn von 2,8 Mrd. Dollar, konnte jedoch die massiven Verluste von GM im Autogeschäft nicht mehr kompensieren. Im Gesamtjahr 2005 war GM mit 8,6 Mrd. Dollar in die Verlustzone gerutscht. Eine Trennung hätte weitreichende Folgen: Da sich die Finanzsparte stark über Anleihen refinanziert, steht GMAC für rund 90 Prozent der GM-Schulden von derzeit 284 Mrd. Dollar.

Ein Verkauf wäre ein wichtiger Achtungserfolg für den neuen GM-Finanzchef Fritz Henderson. Das Management um Vorstandschef Rick Wagoner ist seit Monaten dabei, die letzten Reserven im Unternehmen zu mobilisieren, um den angeschlagenen Autokonzern zu retten.

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