Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.04.2011

15:26 Uhr

Kritik auf Hauptversammlung

RWE kämpft gegen seine eigenen Aktionäre

VonNils Rüdel

Wenn schon „voRWEeg“ gehen, dann bitte in die richtige Richtung. Viele RWE-Aktionäre sind da heute auf der Hauptversammlung skeptisch. Für Vorstandschef Großmann ist es ein Spießrutenlauf. Doch der kämpft verbissen.

RWE-Aktionär wütend

„Keine Entlastung für RWE-Vorstand“

RWE-Aktionär wütend: „Keine Entlastung für RWE-Vorstand“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

EssenIn die Halle haben es die 200 bunten Demonstranten mit ihren „Ab-schal-ten“-Chören zwar nicht geschafft. Aber offensichtlich in den Kopf des von ihnen so verhassten RWE-Chefs Jürgen Großmann. Es ist in der zweiten Hälfte seiner Rede auf der Hauptversammlung, als Großmann der Versprecher des Tages herausrutscht. „Von dem erfolgeichen Abschalten, äh, Abschneiden Ihrer RWE profitieren auch Sie“.

Gelächter im Saal, der voll besetzt ist mit Aktionären im Schnitt weit über der Rentengrenze. Gelächter, das zum richtigen Zeitpunkt aufbrandet. Denn bis zu dem Versprecher ist die Stimmung doch eher angespannt gewesen.

Großmann muss seine Rede immer wieder unterbrechen, weil Atomkraftgegner protestieren. So hatte er kaum seinen Begrüßungssatz zu Ende gebracht, als sich ein paar Demonstranten blitzschnell vor dem Podium aufstellten und ein Anti-AKW-Plakat hissten. Sicherheitskräfte zerrten sie schließlich aus dem Saal. Unter Applaus.

Nicht der einzige Einsatz für die Muskelmänner, Trillerpfeifen, Tröten und Sprechchöre gehen bis zum Ende der Rede weiter. Sogar Aktionäre untereinander geraten in Streit und reißen sich gegenseitig die Transparente weg. Die einen „Atombosse nach Fukushima“ von den Rängen, andere brüllen „Ruhe!“ zurück.

„Atom-Dino“: SPD und Grüne wettern gegen RWE-Chef

„Atom-Dino“

exklusivSPD und Grüne wettern gegen RWE-Chef

Das strikte Festhalten von RWE-Chef Jürgen Großmann am Atomkurs halten SPD und Grüne für gefährlich - nicht nur aus Sicherheitsgründen. Sie bangen vielmehr um die wirtschaftliche Zukunft des Energiekonzerns.

Mittwochmorgen in der Essener Grugahalle. Hauptversammlung eines Energiekonzerns mit fünf Atommeilern in der Post-Fukushima-Zeit. Mit einem Chef, der als letzter Freund der Kernenergie gilt und deshalb „Atom-Dinosaurier“ genannt wird. Da muss es zur Sache gehen.

Und Großmann, allein schon wegen seiner hünenhaften Statur nicht als Umfaller bekannt, hält unbeirrt dagegen. Und trägt nicht gerade zur Deeskalation bei: Es sei dieser Tage nicht leicht als Strom-Manager, sagt er gleich zu Anfang. „Wir haben derzeit in Deutschland so viele Energieexperten wie sonst nur Fußballbundestrainer“.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

swa

20.04.2011, 16:19 Uhr

Ich dachte, das gibt es nie mehr, aber sie ist wieder da - die deutsche Kombi:
German Angst, Ideologie und Gutmenschentum (Am deutschen Wesen soll die Welt genesen) - beim letzten Mal gab es 50 Millionen Tote.
Das ist der wirkliche Gau. Diese Leute sollten einmal auf einen Globus schauen und dort unser Land suchen.
Nachdem wieder einmal die Politik versagt hat, bleibt nur noch die Wirtschaft als Rettung - Herr Grossmann, bleiben Sie standhaft !
An die Politiker und Journalisten: Gebt endlich einer breiten antiideologischen Bildung eine Chance, ohne die massenverdummenden Wahlkampftaktiken - dieses Land hat klare Fakten, Ziele, Folgen und Perspektiven nötig !
ws

mutus

20.04.2011, 17:46 Uhr

Kann ich nur zustimmen!

2010 war ein schwaches Windjahr. 2011 bis jetzt schlechter als schlecht. Deutschland produziert bald nur noch wenn die Sonne scheint und der Wind bläst. Wenn die erste Rente nicht kommt dann wird einigen wohl erst klar, dass es auch noch Industrie in Deutschland gibt und unsere Wohlstand nicht vom Himmel fällt sondern wir in ständigen weltweiten Wettbewerb sind, dazu zählen auch die Energiekosten.

Steuerzahler

20.04.2011, 20:10 Uhr

In keinem europäischen Land wurde auch nur ansatzweise ähnlich auf das Unglück in
Japan reagiert, wie in der Bundesrepublik.
Deutschland isoliert sich auch in der Energiepolitik und in den Nachbarländern reibt man sich die Hände.
Eine Panikattacke mit völlig überzogenen blinden Reflexen von Frau Merkel & Co, kosten
den deutschen Bürgern sehr viel Geld. Aus wahltaktischen Gründen wird das deutsche Volk
von dieser Koalition massiv geschädigt.
Dabei haben sie doch geschworen, schaden vom deutschen Volk fern zu halten.
Wegen der Kraftwerksabstellungen bei uns, wird der Ersatzbedarf aus ausländischen Kraftwerken bezogen und bezahlt. Steuern werden nicht hier bei uns, sondern im Ausland
dafür fällig. Und ob die ausländischen Kraftwerke sicherer sind als die heimischen, dafür gibt es keinen Beleg.
Blinder Aktionismus dieser Koalition sorgt so auch noch für wettbewerbsnachsteile bei der deutschen Energiewirtschaft.
Ohne Zweifel, der Atomausstieg wird nötig. Er muss aber für die deutsche Energiewirtschaft durch ihren Stromverkauf auf konkurrenzfähigen Niveau auch finanzierbar bleiben.
Sonst verliert Deutschland auch noch die energieintensiven Produktionsunternehmen durch Abwanderung ins Ausland.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×