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18.12.2016

11:46 Uhr

Kritik von Daimler

Zetsche zweifelt an der Elektroprämie

Die Elektroprämie zeigt bisher keinen durchschlagenden Erfolg. Auch Daimler-Chef Zetsche betrachtet die Subvention zunehmend kritisch – und sieht stattdessen die Autoindustrie in der Pflicht.

Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigt in Paris den neuen EQ von Mercedes. Der Elektro-SUV soll der Auftakt für eine E-Auto-Offensive sein. AP

Mit E-Autos überzeugen

Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigt in Paris den neuen EQ von Mercedes. Der Elektro-SUV soll der Auftakt für eine E-Auto-Offensive sein.

BerlinDaimler-Chef Dieter Zetsche sieht die von der Bundesregierung einführte Kaufprämie für Elektroautos skeptisch. „Der Erfolg wird sich erst einstellen, wenn wir die Kunden mit E-Autos überzeugen und faszinieren“, sagte Zetsche der „Bild am Sonntag“. Deshalb sei er noch nie ein großer Verfechter der E-Auto-Prämie gewesen. Eine Prämie könne niemals eine unwirtschaftliche Technologie durchsetzen.

„Elektroautos, die begeistern, sind nicht von heute auf morgen verfügbar“, fügte der Daimler-Chef hinzu. „Langsam erzielen wir aber mit batteriebetriebenen Autos ähnliche Reichweiten wie mit Verbrennungsmotoren.“ Auch die Anschaffungskosten gingen nach unten. Daimler geht dem Bericht zufolge davon aus, dass im Jahr 2025 15 bis 25 Prozent aller neu zugelassenen Autos des Konzerns mit einem Elektromotor fahren werden.

Mehr als fünf Monate nach dem Start der Kaufprämie für Elektroautos haben knapp 4200 Käufer die Förderung bewilligt bekommen, wie der MDR am Samstag berichtete. Hinzu kämen knapp 3200 Anträge auf eine Prämie für ein Hybrid-Fahrzeug. Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat Geld für etwa 400.000 Förderfälle.

Gefördert wird seit Anfang Juli der Kauf neuer Elektroautos bis zum Listenpreis von 60.000 Euro. Für reine E-Autos gibt es 4000 Euro, Hybridfahrzeuge werden mit 3000 Euro bezuschusst. Dabei übernimmt der Hersteller die Hälfte, den Rest zahlt der Staat. Insgesamt stehen 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung.

Der ADAC sieht als Grund für die Zögerlichkeit der deutschen Autofahrer den Preis. Trotz Zuschuss seien die meisten Modelle noch deutlich teurer als ein vergleichbarer Diesel oder Benziner, sagte ein ADAC-Sprecher dem MDR. Vielen Pendlern reiche die Reichweite der Fahrzeuge nicht aus. „Gerade jetzt im Winter, wenn wir zusätzliche Verbraucher wie die Heizung angeschaltet haben, reduziert sich die Reichweite noch mehr.“

Darum sieht Zetsche auch den Diesel noch lange nicht auf dem Abstellgleis - trotz wachsender US-Kritik. „In den USA war der Diesel für Pkw schon immer ein Nischenprodukt“, sagt Zetsche Der Marktanteil von Diesel-Pkw am Gesamtabsatz USA betrage derzeit weniger als ein Prozent. In Europa habe der Diesel einen hohen Stellenwert, und daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern.

Von

afp

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