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29.11.2011

09:14 Uhr

K+S

Investitionen in neue Kali-Lagerstätten

K+S geht auf Expansionskurs: Der Salz- und Düngemittelspezialist will Milliarden in die Erschließung von neuen Kalivorkommen in Kanada investieren. Eine Wette, die sich auf Sicht von 50 Jahren rechnen soll.

Vor der Zentrale des Düngemittel- und Salzhersteller K+S in Kassel. dpa

Vor der Zentrale des Düngemittel- und Salzhersteller K+S in Kassel.

FrankfurtDer Salz- und Düngemittelspezialist K+S will mit Milliardeninvestitionen neue Kalivorkommen in Kanada erschließen. Der Aufsichtsrat habe grünes Licht gegeben, das so genannte Legacy-Projekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan auf den Weg zu bringen, teilte der Kasseler Konzern am Dienstag mit. Rund 2,4 Milliarden Euro will K+S in das Vorhaben investieren.

„Das Legacy Projekt ist ein bedeutender Schritt zum Ausbau unserer Kalikapazitäten und eröffnet uns die Teilnahme am Wachstum des Weltkalimarktes“, erklärte Konzernchef Norbert Steiner. Die Finanzierung will K+S überwiegend aus vorhandenen Finanzmitteln und künftigen Cashflows stemmen. Dabei geht K+S von einer Refinanzierung seiner im Jahre 2014 fällig werdenden Anleihe aus. K+S hatte den kanadischen Konkurrenten Potash One übernommen, um sich damit den Zugriff auf Kali-Lagerstätten in dem nordamerikanischen Land zu sichern.

Das Kaligebiet liegt etwa 50 Kilometer nördlich der Stadt Moose Jaw in Saskatchewan. Die Gesamtkapazität des Projekts soll bis zum Jahr 2023 auf 2,86 Millionen Tonnen Kaliumchlorid pro Jahr steigen. Mit einem weiteren Ausbau sei dann etwa zehn Jahre später eine Gesamtproduktion von jährlich vier Millionen Tonnen Kali möglich. Im Jahr 2017 soll die Zwei-Millionen-Tonnen-Marke erreicht werden. Der Produktionsstart ist im Jahr 2015 geplant. Bereits dieses Jahr sollen erste Infrastrukturarbeiten für Wasserversorgung, Elektrizität und Straßenbau sowie erste Bohraktivitäten stattfinden. K+S erwartet, das der Standort schon 2016 einen deutlich positiven Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreicht.

Der Konzern geht davon aus, dass mit den angestrebten Produktionsmengen die Förderung mehr als 55 Jahre lang möglich ist. Bisher hatte K+S ausschließlich Kali-Vorhaben in Deutschland, von denen die meisten in 30 bis 40 Jahren erschöpft sein werden. Wegen der begrenzten Kapazitäten hatte K+S zuletzt weniger stark vom Agrarboom als Rivalen wie Branchenführer Potash oder Uralkali profitiert.

Seine Investmentgrade-Einstufung bei den Ratingagenturen will K+S nicht gefährden. Auch die Aktionäre sollen weiterhin nicht zu kurz kommen. An seiner Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent des bereinigten Konzerngewinns will K+S festhalten.

Von

rtr

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