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03.12.2013

15:00 Uhr

K+S Rivale

Potash entlässt jeden fünften Mitarbeiter

In den Schwellenländern ist das Wachstum geringer ausgefallen als erwartet – jetzt muss der weltgrößte Düngemittelhersteller Potash die Notbremse ziehen. 20 Prozent der Arbeitsplätze werden gestrichen.

Preisverfall am Kalimarkt: Viele Förder- und Produktionsstätten von Potash müssen künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen. Reuters

Preisverfall am Kalimarkt: Viele Förder- und Produktionsstätten von Potash müssen künftig mit weniger Mitarbeitern auskommen.

BangaloreDer weltgrößte Düngemittelhersteller Potash streicht wegen des Preisverfalls am Kalimarkt fast jeden fünften Arbeitsplatz. Auf seinem Heimatmarkt Kanada sowie in den USA und in Trinidad baut der Konzern nach Angaben vom Dienstag insgesamt mehr als 1000 Stellen oder 18 Prozent der Arbeitsplätze ab. Gleichzeitig will der Rivale des deutschen Branchenprimus K+S mehrere Produktionsstätten stilllegen. In den Schwellenländern sei das Wachstum geringer ausgefallen als erwartet, erklärte Potash zur Begründung.

Potash hatte erst im Oktober das schwächste Quartalsergebnis seit drei Jahren vorgelegt und dabei seine Geschäftsziele zusammengestrichen. K+S stemmt sich ebenfalls mit einem großangelegten Sparpaket gegen den Abwärtstrend am Düngemittelmarkt. Der Konzern aus Kassel will in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Euro mehr einsparen als bisher geplant, um am Weltmarkt mithalten zu können. Dabei schließt er auch Stellenstreichungen nicht aus.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Auslöser der Branchenkrise war die Aufkündigung des sogenannten Kali-Kartells durch den russischen Kaliproduzenten Uralkali im Juli. Dies hatte den weltweiten Kali-Markt erschüttert und Unsicherheit unter Produzenten und Kunden geschürt. Weltmarktführer Uralkali begründete seinen Schritt damit, seinen Absatz vor allem in den Schwellenländern steigern zu wollen und dafür auch niedrigere Preise in Kauf zu nehmen. Dies schickte die Kali-Preise auf Talfahrt und stürzte die übrigen Hersteller in die Krise.

Von

rtr

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