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30.05.2016

20:52 Uhr

Kuba

Die Auto-Revolution lässt auf sich warten

Erstmals stellt Audi eines seiner Modelle im sozialistischen Kuba vor. Eine Aktion, die auf den Charme des sich öffnenden Karibikstaates setzt. Die Realität auf den Straßen sieht noch immer anders aus.

Ein roter Audi Q2 steht steht in Havanna, Kuba, auf dem Revolutionsplatz vor dem Bild des argentinisch-kubanischen Guerillero Ernesto „Che“ Guevara. dpa

Audi in Havanna

Ein roter Audi Q2 steht steht in Havanna, Kuba, auf dem Revolutionsplatz vor dem Bild des argentinisch-kubanischen Guerillero Ernesto „Che“ Guevara.

HavannaDie rot lackierten Neuwagen fallen auf den heruntergekommenen Straßen Havannas sofort auf. Denn seit Jahrzehnten prägen amerikanische Straßenkreuzer aus den 1950er Jahren das Straßenbild Kubas. Beim Anblick der neuen Audis bleiben einige Menschen stehen und winken den deutschen Besuchern in dem halben Dutzend Fahrzeugen zu.

Mit dem neuen Stadtgeländewagen Q2 hat Audi an diesem Sonntag erstmals eines seiner Modelle in dem sozialistischen Inselstaat vorgestellt – kurz vor der offiziellen Präsentation in Zürich. Kuba liegt gerade im Trend. Touristen, Prominente und Firmen aus aller Welt haben die Karibikinsel entdeckt, vor allem seitdem die USA Ende 2014 eine Wende in ihren jahrzehntelang zerrütteten Beziehungen zu Kuba einleiteten.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

Nach dem Sieg der Revolution von 1959 war der Karibikstaat in die Isolation im Zuge des Kalten Krieges zwischen Ost und West geraten. Nun scheinen es viele eilig zu haben, bei der langsamen Öffnung dabei zu sein. Zuletzt hatte das französische Modehaus Chanel erstmals in seiner Geschichte seine Models über einen Catwalk in Havanna laufen lassen.

Audi-Entwicklungsvorstand Stefan Knirsch sagte in Havanna, Kuba sei ein Land, in dem „wahrscheinlich niemand ein neues Auto vorgestellt hat, in den letzten 50 Jahren ganz sicher nicht.“ Gerade der Automarkt ist aber ein gutes Beispiel dafür, dass der Wandel auf Kuba nur langsam voranschreitet. Seit einigen Jahren schon fährt die Regierung von Staatschef Raúl Castro (84) einen vorsichtigen marktwirtschaftlichen Kurs, inzwischen arbeiten fast rund 500.000 der 11 Millionen Kubaner im wachsenden Privatsektor.

Anfang 2014 öffnete die Regierung offiziell auch den Markt für Neuwagen – jeder Kubaner, hieß es damals, dürfe nun ein neues Auto erwerben. Die Ankündigung kam damals einer Revolution gleich, nachdem zwei Jahre zuvor schon der freie Handel mit Gebrauchtwagen genehmigt worden war.

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