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22.02.2015

08:38 Uhr

Kuba

US-Firmen in Goldgräberstimmung

VonAnnika Williamson

Nach der historischen Öffnung der USA gegenüber Kuba wollen amerikanische Firmen endlich ein Stück vom Kuchen haben. Doch bis sie die neue Kundschaft zum Kaufen bewegen können, müssen noch einige Hürden genommen werden.

Warten auf die amerikanischen Produkte: Eine Frau auf Kuba. Getty Images

Kuba

Warten auf die amerikanischen Produkte: Eine Frau auf Kuba.

CharlotteKaum beginnen die USA und Kuba nach Jahrzehnten des Schweigens ihre Annäherung, schwappt ein Stück amerikanische Kultur auf den Inselstaat hinüber: Ab sofort dürfen die Bewohner des kommunistischen Landes ein Abo beim TV-Streaming-Dienst Netflix abschließen und so unter anderem die Serie „House of Cards“ ansehen, die Erfolgssendung über einen amerikanischen Kongressabgeordneten, der mit Intrigen und kriminellen Machenschaften immer mehr Macht an sich reißt.

Viel Kundschaft kann sich Netflix anfangs jedoch kaum aus Kuba erhoffen. Nur etwa fünf Prozent aller Kubaner haben einen Internetzugang, der für die Netflix-Nutzung nötig ist. Und um ein Abo abzuschließen, brauchen Kubaner außerdem eine international gültige Zahlungskarte – auch keine Selbstverständlichkeit.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Mastercard wickelt ab 1. März erstmals Zahlungen ab, die mit US-amerikanischen Kreditkarten in Kuba getätigt werden. Auch American Express will bald in Kuba Einzug halten, sagt eine Firmensprecherin.
Die Zahl der Internetzugänge könnte ebenfalls bald wachsen. Laut der US-Diplomatin Roberta Jacobson seien bereits mehrere amerikanische Telekommunikationsfirmen mit dem Wunsch an die Regierung herangetreten, sich in Kuba engagieren zu dürfen. Die US-Regierung hat es zu ihrem erklärten Ziel gemacht, der Telekombranche den Zugang zum kubanischen Markt zu erleichtern.

Netflix wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts nicht genauer zu seiner Kuba-Strategie und den erhofften Chancen äußern.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert Eiszeit etablieren die USA wieder normale diplomatische Beziehungen zu Kuba. Das heißt jedoch nicht, dass Kuba innerhalb kürzester Zeit für die USA ein Handelspartner wie Kanada oder Mexiko wird – das Handelsembargo, das im Helms-Burton Act von 1996 festgeschrieben ist, existiert vorerst weiter. Mit dem Helms-Burton-Act wurde das bereits bestehende Embargo noch einmal verschärft.

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