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16.07.2013

19:36 Uhr

Kühlmittel

EU unterstützt Zulassungsstopp für Mercedes

Im Streit um klimaschädliche Kühlmittel erhält Frankreich nun Rückendeckung von der EU. Nach Ansicht von Industriekommissar Tajani verstoßen mehrere Daimler-Modelle gegen EU-Vorschriften.

Ein Mitarbeiter des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler im Werk Sindelfingen in der Fertigung der Mercedes-Fahrzeuge. Frankreich hatte Anfang Juli befristet die Zulassung der Mercedes-Modelle A- und B-Klasse sowie SL ausgesetzt, weil deren Klimaanlagen noch mit einem klimaschädlichen Kältemittel befüllt sind. dpa

Ein Mitarbeiter des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler im Werk Sindelfingen in der Fertigung der Mercedes-Fahrzeuge. Frankreich hatte Anfang Juli befristet die Zulassung der Mercedes-Modelle A- und B-Klasse sowie SL ausgesetzt, weil deren Klimaanlagen noch mit einem klimaschädlichen Kältemittel befüllt sind.

Brüssel/StuttgartDie EU-Kommission hat Frankreich bei dem umstrittenen Zulassungsstopp für mehrere Mercedes-Modelle den Rücken gestärkt. Einige Fahrzeuge von Daimler stünden nach der vorläufigen Analyse der Kommission nicht in Einklang mit ihrer Typgenehmigung. Sie könnten deshalb nicht in der Europäischen Union verkauft oder angemeldet werden, erklärte Industriekommissar Antonio Tajani am Dienstag in Brüssel.

Frankreich hatte Anfang Juli befristet die Zulassung der Mercedes-Modelle A- und B-Klasse sowie SL ausgesetzt, weil deren Klimaanlagen noch mit einem klimaschädlichen Kältemittel befüllt sind. In der EU müsste aber ein neues, klimafreundlicheres Mittel eingesetzt werden. Die Mitgliedstaaten hätten in einem solchen Fall das Recht zu vorübergehenden Schutzmaßnahmen, befand der Kommissar.

Die zehn größten Autohersteller Europas

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die Kommission betrachte die französische Initiative als gerechtfertigt. Die Bundesregierung hatte den Schritt dagegen kritisiert – und kann daher nach dieser Erklärung nicht auf Schützenhilfe der Kommission zählen.

Für Daimler ist die Erklärung ein Rückschlag: Der Stuttgarter Autobauer hatte versucht, den schon Monate währenden Streit um das Klimaanlagen-Kältemittel zu beenden und sich vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg nachträglich Zulassungsgenehmigungen für die drei Mercedes-Modelle besorgt, die das bisher übliche Kältemittel an Bord haben.

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Frankreich stoppt die Zulassung für neue Kompaktmodelle und Sportwagen von Mercedes. Die Klimaanlage entspreche nicht den EU-Vorgaben, sagen die Pariser Behörden. Die Deutschen halten das Vorgehen für rechtswidrig.

Frankreich erkannte diese nachträgliche Zulassungsgenehmigung der deutschen Behörde aber nicht an und stellt den Besitzern der Neuwagen keine Papiere mehr aus. Auf ein Jahr hochgerechnet könnte das bis zu 30.000 Mercedes-Fahrzeuge betreffen. Ein Daimler-Sprecher pochte auf die erteilte Genehmigung durch das KBA: „Unsere Fahrzeuge haben eine europaweit gültige Zulassungsgenehmigung.“ Daher dürfe der Zulassung „nichts im Wege stehen“.

Kommentare (27)

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Kapturak

16.07.2013, 19:54 Uhr

Der EU-Kommission geht es doch nur darum, ihre Macht zu zeigen und die deutsche Industrie zu schädigen. Es gibt in der EU ganz andere Mißstände, die der EU Kommission völlig egal sind: zB die Dauerkrise in Südeuropa oder die Mißachtung der Menschrechte für Roma in Osteuropa.

scharfschuetze

16.07.2013, 20:11 Uhr

Und... ein neues Kältemitte, welches nur von US-Konzernen hergestellt werden kann oder darf...
Und die Welt darf nur noch dieses benutzen.
Das Mittel vom Erfinder des Klimawandels. Und des größten Übeltäters!

Sklave

16.07.2013, 20:25 Uhr

Der deutsche Michel ist doch nur der Zahlmeister der EU. Vernunft und Verstand kann man von dieser Lobbyistengruppe ohnehin nicht erwarten. Wir sollten als ersten Schritt unsere Mitgliedschaft ruhen lassen und wieder die Mark einführen.

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