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21.07.2013

19:21 Uhr

Kühlmittelstreit

Honeywell wirft Daimler Alleingang vor

ExklusivDer US-Chemiekonzern Honeywell hat das Vorgehen von Daimler im Kühlmittelstreit kritisiert. Indirekt warf Honeywell-Manager Tim Vink Daimler vor, nicht an einer konstruktiven Lösung des Problems interessiert zu sein.

Bei rund 100 Tests des Autobauers mit dem neuen Kühlmittel R1234yf fingen die Modelle bei Versuchen Feuer. dpa

Bei rund 100 Tests des Autobauers mit dem neuen Kühlmittel R1234yf fingen die Modelle bei Versuchen Feuer.

DüsseldorfDer US-Chemiekonzern Honeywell weist die Sicherheitsbedenken des Autobauers Daimler in Bezug auf das Kühlmittel R1234yf zurück. Bei ernsthaften Problemen, die nicht im Rahmen der „mehrjährigen, umfassenden Überprüfung“ durch Dritte aufgetaucht wären, hätte das Unternehmen „entschieden reagiert“, sagte der für Regierungsangelegenheiten in Europa verantwortliche Honeywell-Manager Tim Vink dem Handelsblatt. „Aber so ist es nicht. Die Tests, die Daimler gemacht hat, sind statisch und geben nicht den Ablauf eines realen Unfalls wieder“, so Vink.

Seit Januar schreibt die EU den Einsatz eines neuen, weniger klimaschädlichen Kühlmittels vor. Die Regelung erfüllt bisher nur R1234yf, das die US-Konzerne Honeywell und Dupont patentiert haben. Doch Daimler weigert sich, das Gas zu verwenden, und verweist auf Risiken: Bei rund 100 Tests des Autobauers mit R1234yf fingen die Modelle bei Versuchen Feuer.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

„Wir fragen uns, warum Daimler das Problem nicht konstruktiv löst, sondern im Alleingang den Einsatz von R1234yf ablehnt“, sagte Honeywell-Manager Vink und verwies darauf, dass weitere Autobauer „vergeblich“ versucht hätten, die Tests mit ihren Modellen nachzuvollziehen.

Daimlers Sicherheitsbedenken ließen sich nach Meinung des Gasproduzenten lösen, indem der Autobauer seine Klimaanlagen leicht überarbeitet – so dass Gas im Notfall schneller entweichen kann. Vink: „Das würde pro Jahr nur geringe Kosten verursachen, sagen uns andere Hersteller, die diesen Schritt gegangen sind.“

Natürlich sei der Einsatz von R1234yf „teurer als der von R134a, das seit mehr als 25 Jahren genutzt wird“, räumte Vink ein. In Branchenkreisen ist die Rede von 50 bis 100 Euro zusätzlich, pro Fahrzeug. Dafür sei das Gas erheblich klimafreundlicher, argumentiert der Honeywell-Manager. „Für uns ist das rein ein Daimler-Phänomen.“

Von

mcs

Kommentare (9)

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dkumpf

21.07.2013, 20:24 Uhr

Sicher kritisiert Honywell / Dupont die Daimler Untersuchungen und Zweifel an ihrem patentiertem R1234yf. Das ist verständlich.
Zu hinterfragen ist vielmehr, warum EU Behörden ein Kältemittel vorschreiben, das weltweit nur von diesen 2 amerikanischen Herstellern geliefert wird und das Patent halten. Darin liegt eigentliche industriepolitische Unverstand. Bleibt zu hoffen, dass das Kraftfahr-Bundesamt eine Wende bringen kann.

Realist

21.07.2013, 22:31 Uhr

Europa ist doch lediglich eine amerikanische Kolonie unter der Regie der Wall Street, überdies mit per NSA einfach zu erpressenden Politikern.erpressbar

Hans

21.07.2013, 22:46 Uhr

Mercedes hat Klimaanlagen in seine neuen Modelle eingebaut, die erst auf R1234yf umgerüstet werden müssen. Mercedes wollte mit den alten Kältemittel seien Renditeziele erreichen. Jetzt ist daraus Sparen an der falschen Stelle geworden. An einer Umrüstung wird Mercedes nicht vorbei kommen. Wenn das Management nur nach der Rendite schaut, passieren so welche teuren Fehlleistungen.

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