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09.03.2012

11:46 Uhr

Kürzungen

Wacker Chemie streicht 500 Stellen bei Siltronic

Die geringere Nachfrage der Halbleiterindustrie nach Silizium-Wafern zieht beim Chemiekonzern Wacker Stellenstreichungen nach sich. Tochter Siltronic soll an zwei Standorten ab 2013 jährlich 30 Millionen Euro einsparen.

Ein Siltronic-Mitarbeiter bei der Herstellung von Siliziumscheiben (Wafern). dpa

Ein Siltronic-Mitarbeiter bei der Herstellung von Siliziumscheiben (Wafern).

MünchenDer Spezialchemiekonzern Wacker streicht 500 Stellen bei seiner Tochter Siltronic. Betroffen seien das US-Werk in Portland und der Wacker-Hauptstandort in Burghausen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Produktion von Siliziumscheiben (Wafer) für die Halbleiterindustrie mit einem Durchmesser von 150 Millimeter werde bis zum Herbst in Portland eingestellt und in Burghausen gebündelt. So werde angesichts der schwindenden Nachfrage nach den Scheiben die Auslastung erhöht und ab 2013 rund 30 Millionen Euro jährlich gespart. Auf Kündigungen soll verzichtet, die betroffenen 150 Mitarbeiter in Burghausen sollen in anderen Abteilungen eingesetzt werden. Die 350 Amerikaner erhalten Abfindungsangebote. Die Kosten für den Einschnitt veranschlagte Siltronic auf 15 Millionen Euro, die auf dem Jahresgewinn 2012 lasten werden.

Für das laufende Jahr hatte Wacker bereits die Schließung seines japanischen Werks in Hikari angekündigt. Dort sind 500 Beschäftigte betroffen.

Die Halbleiterindustrie greift verstärkt zu Wafern mit größeren Durchmessern, da sich auf diesen Scheiben Chips wirtschaftlicher produzieren lassen. Übliche Größen sind heute je nach Branchenzweig 200 oder 300 Millimeter. Einige Chipfirmen arbeiten bereits an Techniken für eine Herstellung auf 450 Millimeter großen Platten. Die von der schwankenden Chipindustrie abhängige Siltronic ist seit längerem das Sorgenkind des Wacker-Konzerns. Je nach Branchenkonjunktur fallen die Ergebnisse des einzigen europäischen Wafer-Herstellers sehr unterschiedlich aus. Im dritten Quartal erreichte Siltronic einen operativen Gewinn (Ebitda) von 34 Millionen Euro, im Schlussquartal stand ein Verlust von 60 Millionen zu Buche. Von der vergangenen Wirtschaftskrise war Siltronic stark betroffen.

Von

rtr

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