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03.08.2016

10:35 Uhr

Kuka

Beim Roboterhersteller bricht der Gewinn ein

VonAxel Höpner

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka ist nach dem Angebot des Hausgeräteherstellers Midea in chinesischer Hand. Doch der Übernahmepoker hat im zweiten Quartal Spuren in der Kuka-Bilanz hinterlassen.

Die Auftragslage ist gut: Roboter stehen vor der Produktion des Roboterbauers Kuka in Augsburg. dpa

Kuka

Die Auftragslage ist gut: Roboter stehen vor der Produktion des Roboterbauers Kuka in Augsburg.

MünchenFür die Übernahme des Roboterbauers Kuka hat der chinesische Midea-Konzern tief in die Kasse gegriffen. 115 Euro zahlt der Hausgerätehersteller je Aktie. Damit wird Kuka mit 4,5 Milliarden Euro bewertet. Ein stolzer Preis, das zeigen auch die aktuellen Zahlen. Zwar lässt ein Rekordauftragseingang auf weiterhin gute Geschäfte hoffen. Doch sank der Gewinn nach Steuern im ersten Halbjahr von 41,5 auf 30,4 Millionen Euro. Auch der Umsatz war rückläufig.

Kuka-Chef Till Reuter zeigte sich dennoch zuversichtlich. Die Stimmung im Unternehmen sei gut, sagte er in einer Telefonkonferenz. „Die Kukaner ziehen alle an einem Strang.“ Obwohl sich Midea um die 90 Prozent gesichert hat – die abschließende Zahl liegt noch nicht vor -, sei das Interesse der Investoren an dem Roboterbauer im In- und Ausland „ungebrochen“. Viele seien daran interessiert, in Kuka zu investieren.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Ob Midea Anteile an andere Investoren abgeben könnte, um die Beteiligung so angesichts des hohen Kaufpreises wieder etwas zu reduzieren, ließ er offen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, die Aktionärsbasis wieder zu verbreitern, zum Beispiel auch eine Kapitalerhöhung.

Die Übernahme ist gerade auf der Zielgeraden. Während der Angebotsfrist sicherte sich Midea – einschließlich bereits zuvor erworbener Anteile – knapp 86 Prozent der Kuka-Aktien. Bis Mitternacht läuft noch eine Nachfrist, in der Investoren ihre Anteile an Midea verkaufen können, die bislang gezögert haben. Die Mehrheit dürfte am Ende also noch größer auffallen. Allerdings haben die Chinesen versprochen, Kuka nicht mit einem Squeeze-out von der Börse zu drängen und auch keinen Beherrschungsvertrag abzuschließen.

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Das lukrative Angebot von Midea hat viele Kuka-Aktionäre gelockt. Die Chinesen halten nach Ablauf der Übernahmefrist fast 86 Prozent der Anteile. Wie geht es für Kuka jetzt weiter? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Aufregung um die Kuka-Übernahme durch chinesische Investoren war so groß, weil der Roboterbauer als Filetstück in der Industrie 4.0 gilt – also bei der Digitalisierung der Industrie.

Die Quartalszahlen zeigen, dass die Geschäfte insgesamt gut laufen. Der Auftragseingang legte um knapp 14 Prozent auf erstmals 1,6 Milliarden Euro zu. Allerdings sanken die Erlöse um knapp zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Einige Großaufträge kämen erst im zweiten Halbjahr zum Tragen, sagte Reuter. Immerhin: Die Erlöse in der Vorzeigesparte Robotics legten im Halbjahr leicht auf 458,7 Milliarden Euro zu.

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