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15.02.2017

12:28 Uhr

Kuka sitzt auf dickem Auftragspolster

Chinas Glückskeks

VonMartin Wocher

Der chinesische Konzern Midea hat sich die Mehrheit am Roboterbauer Kuka gesichert. Die Augsburger verzeichnen jetzt Aufträge in Rekordhöhe aus der Autobranche. Für die Chinesen zahlt sich ihre Milliardeninvestition aus.

Der Roboterbauer verzeichnet Aufträge in Rekordhöhe. AP

Kuka

Der Roboterbauer verzeichnet Aufträge in Rekordhöhe.

DüsseldorfDer neue Eigentümer hat schon gewusst, wofür er so viel Geld gezahlt hat: Rund 4,6 Milliarden Euro hat der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea im vergangenen Sommer für den Erwerb des Augsburger Roboterbauers Kuka auf den Tisch gelegt. Eine Investition, die sich zu lohnen scheint: So konnte Kuka im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Aufträge im Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen – dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent. „Wir lassen ein äußerst erfolgreiches und ereignisreiches Jahr hinter uns“, sagte Vorstandschef Till Reuter, der die Übernahme durch den chinesischen  Investor trotz vielfacher Bedenken der Politik unterstützt hatte. „Wir bleiben auf unserem globalen Wachstumskurs.“

Der Roboterbauer profitierte insbesondere von der starken Nachfrage der Autokonzerne. „Das Segment Automotive weist ein starkes Wachstum in Höhe von 30,3 Prozent auf“, teilte das Unternehmen mit.

Dagegen lag der Umsatz  2016 mit 2,95 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 2,97 Milliarden Euro. Ursprünglich wollten die Augsburger 2016 die Drei-Milliarden-Marke überspringen, hatten dieses Ziel im Jahresverlauf allerdings bereits relativiert.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging von 194,3 auf 127,2 Millionen Euro zurück. Dies liege allerdings auch an nicht operativen Effekten durch die Midea-Übernahme und den vorhergehenden Kauf des Logistikspezialisten Swisslog durch Kuka, berichtete das Unternehmen. Die stärksten Einzelmärkte waren Europa, China und die USA. 

Midea hatte im vergangenen Jahr fast alle Kuka-Aktien aufgekauft. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller hält inzwischen etwa 95 Prozent der Anteile. Inzwischen hat sich Midea zwei Aufsichtsratsposten gesichert, hält sich aus dem operativen Geschäft aber heraus. So war im vergangenen Sommer vereinbart worden, dass der Roboter- und Anlagenbauer bis Ende 2023 unabhängig bleiben soll.

Kommentare (1)

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Herr Christian Selbach

15.02.2017, 15:21 Uhr

die deutschen Unternehmen waren ja zu feige, sich eine solche Perle zu sichern. Warum auf die EU warten, in diesen Fällen müssen deutsche Unternehmen zusammenstehen und aktiv werden.

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