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28.08.2013

12:47 Uhr

Kunststoffkonzern

Styrolution könnte 2014 ganz Ineos gehören

Der Kunststoffhersteller Styrolution wird vielleicht nächstes Jahr von der Chemiegruppe Ineos übernommen. Die Unternehmen hatte eine entsprechende Option vereinbart. Styrolution will zudem den Gewinn deutlich steigern.

Noch gehört Styrolution gleichermaßen dem Chemieriesen BASF und dessen Rivalen Ineos. Das soll sich aber bald ändern. Ineos will Styrolution übernehmen. Reuters

Noch gehört Styrolution gleichermaßen dem Chemieriesen BASF und dessen Rivalen Ineos. Das soll sich aber bald ändern. Ineos will Styrolution übernehmen.

FrankfurtDer Kunststoffhersteller Styrolution könnte nach Einschätzung seines Firmenchefs bereits im kommenden Jahr ganz von der Chemiegruppe Ineos übernommen werden. „Das Interesse von Ineos ist sehr groß. Die Ansagen waren ganz klar“, sagte Styrolution-Chef Roberto Gualdoni am Dienstag in Frankfurt. Aktuell gehört Styrolution noch zu gleichen Teilen dem Chemieriesen BASF und dem in der Schweiz ansässigen Rivalen Ineos.

Sie hatten das überwiegend auf Basiskunststoffe ausgerichtete Unternehmen im Oktober 2011 als Gemeinschaftsfirma aus der Taufe gehoben. Dabei wurde vereinbart, dass Ineos die Option erhält, ab Februar 2014 den 50-Prozent-Anteil von BASF zu kaufen. Umgekehrt hat BASF die Option, ab Oktober 2014 seinen Anteil an Ineos zu verkaufen.

Chemieindustrie in Deutschland

Überraschend guter Jahresschluss

Das Schlussquartal 2012 ist für die deutsche Chemieindustrie überraschend gut ausgefallen. Produktion, Preise wie auch Branchenumsatz haben gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Im Gesamtjahr war die Produktion allerdings rückläufig (-3,1 Prozent), damit verpasste die drittgrößte Industriebranche Deutschlands den zunächst erwarteten Rekordumsatz von 186,6 Milliarden Euro (+1,3 Prozent). Die Beschäftigtenzahl stieg um 2 Prozent auf 437 000.

Optimistischer Ausblick

Der Branchenverband VCI erwartet 2013 ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent auf 190 Milliarden Euro. Die Produktion werde um 1,5 Prozent steigen, die Preise würden um 0,5 Prozent anziehen. Der VCI geht davon aus, dass sich „die Auftriebskräfte weiter durchsetzen“. Vor allem werde eine große Nachfrage außerhalb Europas erwartet, aber auch das Inlandsgeschäft stimme bislang zuversichtlich.

Sorgenvoller Blick nach Brüssel

Mit Sorgen blickt die Chemiebranche nach Brüssel, wo die EU-Kommission die deutschen Strompreisbefreiungen für die Großindustrie unter die Lupe nehmen will. Obwohl nur 60 der über 1600 Chemieunternehmen von den EEG-Entgelten befreit seien, drohten empfindliche Mehrbelastungen und Verzerrungen im internationalen Wettbewerb, warnt der VCI. Die Belastungen der Chemie-Industrie würden von jetzt 800 Millionen Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro steigen. Derzeit könne man die Entwicklung nur abwarten.

Zukunft Spezialchemie

Die Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland sieht der VCI in einer weiteren forschungsintensiven Spezialisierung. Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des VCI wird der Anteil der Spezialchemie bis ins Jahr 2030 von jetzt 43,3 auf 46,6 Prozent der Produktion ansteigen. Dafür sei eine jährliche Aufstockung des Forschungsbudgets um vier Prozent notwendig. Deutschland werde zwar nicht mit dem globalen Chemiewachstum mithalten können, aber weiterhin ein wichtiger Anbieter nach China, USA, Japan und Indien bleiben.

Styrolution mit einem Jahresumsatz 2012 von sechs Milliarden Euro und einem um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 335 Millionen Euro ist der weltgrößte Hersteller von Styrolkunststoffen. Das in Frankfurt ansässige Unternehmen betreibt 17 Produktionsstandorte in zehn Ländern und beschäftigt weltweit etwa 3200 Mitarbeiter.

Kunststoffe von Styrolution kommen beispielsweise in der Autobranche, in der Elektronik-Industrie und im Bau zum Einsatz. Auch in Sportgeräten sowie in Spielzeug wie etwa Playmobil-Bauteilen finden sich Kunststoffe des Konzerns. Zu den größten Wettbewerbern zählen die Petrochemiesparten der Mineralöl-Unternehmen Royal Dutch Shell und Total.

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