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03.12.2012

11:18 Uhr

Kunststoffsparte

Bayer-Chef hat bessere Renditen im Gefühl

In den letzten paar Jahren war das Umfeld für das Kunststoffgeschäft nicht gerade ideal. Doch die Situation wird bald besser, hofft Bayer-Chef Marijn Dekkers. Trennen will man sich von der Sparte offenbar nicht.

Der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Marijn Dekkers. dapd

Der Vorstandsvorsitzende von Bayer, Marijn Dekkers.

FrankfurtBayer-Chef Marijn Dekkers rechnet für die Kunststoffsparte des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns bald wieder mit einem besseren Geschäftsumfeld. Nach seinem Gefühl würden die Kapitalrenditen in den nächsten ein bis zwei Jahren hoffentlich wieder steigen, sagte der Bayer-Chef der britischen Zeitung „Financial Times“. In der Gesundheitssparte HealthCare und im Pflanzenschutzgeschäft CropScience seien die Märkte finanziell sehr attraktiv gewesen. In der Kunststoffsparte MaterialScience sei dies dagegen in den vergangenen vier oder fünf Jahren etwas weniger der Fall gewesen.

In dem Gespräch bekräftigte Dekkers zudem frühere Aussagen, dass für ihn das Kunststoffgeschäft weiter zum Kern des Bayer-Konzerns gehört. "MaterialScience, genau wie CropScience und HealthCare, ist ein wesentlicher Teil unseres diversifizierten Geschäftsmodells", sagte Dekkers, der seit Herbst 2010 den Traditionskonzern leitet. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen in der Finanzwelt gegeben, Bayer könne sich von seinem Kunststoffgeschäft trennen, um mit den Einnahmen aus einem Verkauf die Gesundheitssparte noch deutlicher auszubauen.

Sorgen macht Dekkers eine schwächere Konjunktur in Asien. Allerdings sei das Wachstum in China nach wie vor sehr gut, sagte der Bayer-Chef. Er glaube, dass mit dem Regierungswechsel in den nächsten drei, vier Monaten vielleicht auch wieder einige Konjunkturprogramme für die Wirtschaft zu sehen sein werden. Viele ausländische Unternehmen setzen darauf, dass das Wachstum nach dem Wechsel an der Regierungsspitze im Reich der Mitte dort wieder etwas stärker anziehen könnte.

Kritisch äußert sich der gebürtige Niederländer zur Patentsicherheit für Medikamente im Wachstumsmarkt Indien. Das indische Patentamt hatte Bayer im März gezwungen, sein Schutzrecht für Nexavar zugunsten der Pharmafirma Natco aufzugeben. Die Pharmabranche befürchtet, der Beschluss könnte ein Präzedenzfall werden und damit der Schutz geistiger Eigentumsrechte in dem Schwellenland aushöhlen. "Wir haben eine Menge Ärger mit einem Urteil wie diesem, da das im Kern besagt, dass in Indien Patentschutz überhaupt nichts bedeutet", sagte Dekkers.

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Der Schweizer Wettbewerber Roche hat ähnliche Schwierigkeiten in dem Land. Das indische Patent-Berufungsgericht hatte Anfang November das Schutzrecht für das Medikament Pegasys zur Behandlung von Hepatitis C widerrufen. Als Begründung wurde wie im Fall Bayer der hohe Preis für das Arzneimittel genannt.

Von

rtr

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