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22.01.2009

11:43 Uhr

Kunststoffsparte

Bayer will Löhne drücken

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer versucht angesichts der Konjunkturkrise, die Löhne in der Kunststoffsparte Bayer Material Science (BMS) zu drücken. Vorgesehen sei bis zu zehn Prozent weniger Lohn bei gleicher Arbeitszeit.

Das Werksgelände von Bayer in Leverkusen. Foto: dpa dpa

Das Werksgelände von Bayer in Leverkusen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Das Management habe in den vergangenen Tagen mit Arbeitnehmervertretern darüber gesprochen, dass dazu eine entsprechende Öffnungsklausel im Flächentarifvertrag verwendet werden solle, bestätigte ein Bayer-Sprecher einen Zeitungsbericht.

Für die 5 500 Beschäftigten sei bis zu zehn Prozent weniger Lohn bei gleicher Arbeitszeit vorgesehen. Die Gewerkschaft IG BCE lehne das ab und dringe auf andere Schritte gegen die Krise, heißt es in den Medien. "Ab heute werden die Mitarbeiter auf Betriebsversammlung informiert. Es gibt noch keine Beschlüsse. In der kommenden Woche sollen konkrete Verhandlungen stattfinden", sagte der Sprecher. Zu Details wolle man sich vorab nicht äußern. "Es geht darum, Beschäftigung zu sichern", betonte er. Bis Ende 2009 seien betriebsbedingte Kündungen durch eine Gesamtbetriebsvereinbarung in Deutschland ohnehin ausgeschlossen.

Eine mögliche Maßnahme für die Sparte sei Kurzarbeit. Schon im Dezember habe Bayer-Chef Werner Wenning erklärt, in der konjunkturabhängigen Sparte möglicherweise mit Kurzarbeit auf die Krise reagieren zu wollen. "In unserem Kunststoff-Geschäft machen wir allein 18 Prozent Umsatz mit der Automobilindustrie", hatte Wenning im November gesagt.

Bei BMS richte man sich auf ein deutlich schlechteres viertes Quartal ein, so Wennings Aussagen vom November 2008. Mit verlängerten Ferien, Produktionspausen und dem Abbau von Arbeitszeitkonten reagieren die Autokonzerne derzeit auf die Konjunkturflaute und den Absatzeinbruch. Die Plastiksparte erzielt etwa ein Drittel des Bayer-Konzernumsatzes. Sie ist weit stärker konjunkturabhängig als die anderen beiden Konzernteile Medizin und Agrochemie.

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