Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2004

08:00 Uhr

Industrie

Kunststofftechnik sorgt für Verlust beim Anlagenbauer SMS

Die „nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone“ hat sich das Düsseldorfer Unternehmen für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben.

gil DÜSSELDORF. Die „nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone“ hat sich der Düsseldorfer Anlagenbauer SMS für dieses Jahr auf die Fahnen geschrieben. Nach einem Verlust für 2003 rechnet der Vorstandsvorsitzende und Mitinhaber Heinrich Weiss für 2004 wieder mit schwarzen Zahlen für die Gruppe, wollte sich gestern auf der Bilanzpressekonferenz aber nicht auf eine genaue Prognose festlegen. Das erste Quartal sei erfreulich verlaufen.

Im vergangenen Jahr führten vor allem außerordentliche Belastungen in der Kunststofftechnik zu einem Verlust von 19 Mill. Euro. Der Umsatz sank um 2 % auf 2,15 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte die Gruppe einen Überschuss von 6,2 Mill. Euro erwirtschaftet, der allerdings nicht vergleichbar ist, da die Gruppe nicht mehr zum MAN-Konzern gehört. Mit Ablauf des Jahres 2003 hatte die Familie Weiss von MAN einen Anteil von 25 % zurückgekauft, so dass SMS wieder mehrheitlich der Familie gehört.

Die Probleme in der Kunststofftechnik, dem mit einem Umsatz von 413 Mill. Euro kleinsten Geschäftsgebiet, führte Weiss auf den schwierigen Markt, aber auch auf schwerwiegende Management-Versäumnisse zurück. Offensichtlich hatte der inzwischen ausgetauschte Geschäftsführer den Markt zu optimistisch eingeschätzt. Überlegungen, den Bereich mit Mannesmann Plastic Machinery zu fusionieren, hat SMS nach Aussage von Weiss aufgegeben, weil das Unternehmen zu gering bewertet würde: „Wir haben die Verhandlungen abgesagt, der Bereich bleibt eigenständig.“ Die Belastungen wurden voll in den Abschluss für 2003 gesteckt, jetzt gebe es nur noch kleine Anpassungen.

Der größte Bereich der SMS, die Hütten- und Walzwerktechnik – hier zählt SMS zu den Weltmarktführern, litt unter der Verschiebung von Aufträgen in China und Iran. Der Auftragseingang lag mit 929 Mill. Euro um knapp 7 % unter dem Vorjahr. Das Unternehmen strich deshalb 530 Stellen. Inzwischen werde aber wieder intensiv über Projekte verhandelt. Das umsatzstärkste Unternehmen der Gruppe, die SMS Demag AG, habe sowohl im Auftragseingang als auch beim Ergebnis die Wende geschafft.

Der Bereich Hütten- und Walzwerktechnik hat in den vergangenen Jahren von der hohen Nachfrage aus China profitiert. Weiss sieht aber bereits Anzeichen, dass der Boom abflacht. Es gebe in China Stimmen, die vor einer Überhitzung warnten. Weiss erwartet deshalb, dass es weniger Baugenehmigungen für Anlagen für Massenstahl geben werde. Für hochwertige Produkte wie Edelstahl bestehe aber weiter Bedarf. Für SMS sei es daher wichtig, Russland als wichtigen Markt zu erschließen. Hier könne der nächste Boom anlaufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×